Exklusiv! So wird 2013

Alle tun es: Gartner, IDC, IBM, Nostradamus, die Hopi und die Maya prophezeien. Nur inside-it.ch prophezeit nicht - inside-it.ch weiss.
 
SAP löst eine Lawine aus: Der Entscheid des deutschen Software-Hersteller SAP, das eidgenössische Schwing- und Älplerfest zu unterstützen löst eine patriotische Begeisterungswelle bei den hiesigen Niederlassungen von internationalen IT-Konzernen aus. So unterzeichnet IBM einen Sponsoring-Vertrag mit dem Frauenfelder Waffenlauf für die nächsten 10 Jahre (3 Millionen pro Jahr), Tata Consultancy Services Schweiz unterstützt den eidgenössischen Hornusserverband mit 8 Millionen Franken jährlich, Accenture wird Hauptsponsor des internationalen Alphornfestivals in Nendaz (18 Millionen), Oracle wird Platin-Sponsor des eidgenössischen Schützenverbands (12 Millionen jährlich*) und Microsoft wird Presenting Partner des Finale Nationale de la Race d'Hérens in Aproz. Weitere internationale Hersteller wollen nachziehen, haben aber Mühe, noch freie folkloristische Veranstaltungen zu finden. Immerhin: Canon wird Hauptsponsor des Sissacher Chluriverbrennens und Ricoh supportet den Alpabzug Plaffeien.
 
Insieme: Da die Kosten für den Unterhalt der alten Nixdorf-Server der eidgenössischen Steuerverwaltung nicht mehr tragbar sind, beschliesst man einen Neustart des gescheiterten Projekts Insieme. Diesmal versucht man es mit der Einführung von Standard-Software (SAP auf Windows-IBM-Servern, Beratung durch Accenture, Software-Entwicklung durch Tata, Drucker von Ricoh und Canon). Damit allen klar wird, dass nun ein anderer Wind weht, tauft man das Projekt Avanti.
 
Im Volksschulunterricht verschwindet Informatik und wird durch die Unterrichtung der richtigen Privacy-Einstellungen auf Facebook ersetzt. Da nun alle Kinder und Jugendlichen glauben, Informatik sei, die eigenen Daten auf Facebook schützen können, ist es auch nicht so schlimm, dass es fast keine Informatik-Lehrstellen mehr gibt und der ETH das Geld für das Informatikstudium ausgeht, weil die IT-Branche nun ihre Mittel lieber in das Sponsoring von Folklore-Anlässen steckt.
 
UBS, Credit Suisse und die ZKB entlassen alle InformatikerInnen. Sie müssen sparen, um die Bussen in Japan, Singapur, Deutschland, den USA und Australien bezahlen zu können. Die drei Banken kündigen neue, revolutionäre, InformatikerInnen-freie Kernbanken-Systeme auf Basis von Papier und Karteikästen an. Die lokalen Software-Hersteller reagieren sofort auf die neue Marktsituation. Avaloq-Besitzer Francisco Fernandez übernimmt in einem gewagten Coup die Karteikastenhersteller Durable, HAN und Exacompta Clarefontaine, während Finnova sich überraschend die Gemeindewälder von Lenzburg und Seinäjoki (Finnland) sichert. Unsere Jobplattform ictjobs.ch wird um die Berufsgruppe Holzfäller ergänzt.
 
Zur Überraschung aller scheitern die Verhandlungen zwischen der SBB und Apple über die Urheberrechte für das Design der SBB-Uhr doch noch. Grund: Man hat in Bern den beliebten Übersetzungsfehler Billion / Milliarde gemacht. Um doch noch an die erhoffte Billion heranzukommen, welche den Bau von weiteren 12 Alpentunneln sowie endlich auch die Unterquerung des Jura und der Sissacherfluh ermöglicht hätte, stellt die SBB 147 US-Anwälte ein, welche Apple mit einer Billionenklage wegen Verletzung des Urheberrechts überziehen. Apple reagiert und kauft die SBB mir nix dir nix auf. Bezahlt wird in Apple-Aktien, weshalb die Schweiz künftig 2,3 Prozent an Apple besitzt. Peter Kummer wird Vice President App Design in Cupertino.
 
Der Ständerat schafft die Abstimmung per Handzeichen ab. Ersetzt wird das angeblich archaische Verfahren durch eine zukunftsträchtige und hypermoderne Open-Source-App für Smartphones. Leider merkt das verantwortliche Büro des Ständerats erst zu spät, das niemand im Ständerat ein Smartphone besitzt. Apple kopiert die App, verkauft sie den Regierungen von Ägypten, China und Florida "als Service" (inklusive Resultate) und verdient mit iVote im Fiskaljahr 2015 bereits 15,4 Milliarden Dollar.
 
Der Konflikt zwischen Bundeskanzlei und VBS (Verteidigungsministerium) um die erzwungene Einführung eines Standard-GEVERs (elektronische Geschäftsverwaltung) eskaliert. Das VBS beschliesst, eine eigene GEVER-Lösung zu entwickeln und schlägt damit gleich zwei Fliegen auf einen Schlag. Man findet eine neue Beschäftigung für die 4000 Programmierer, die seit Jahren erfolglos am Führungssystem FIS Heer gebastelt haben und kann gleichzeitig ein kriegstaugliches ** GEVER entwickeln. (Ideen: hal, hjm, mim, hc. Text: Christoph Hugenschmidt)
 
* Vorausbericht 2014. Der Schweizer Schützenverband geht leider konkurs, da man beim Abschluss des Sponsoring-Vertrags mit Oracle übersehen hat, dass die Exadata Database Machine zwar gratis ist, aber die Lizenzen für das Betriebssystem Solaris zu bezahlen sind und Oracle es ablehnt, den Sponsoring-Vertrag wieder aufzulösen, sondern auf die Bezahlung der Lizenzenkosten (14 Millionen pro Jahr) beharrt.
 
** Das VBS GEVER wird weltweit das erste System sein, mit dem man hochkomplexe, kriegsrelevante Prozesse wie nur noch lost und nicht mehr found abwickeln und rechtskonform dokumentieren kann.
 
(Illustration: Unser Chefprophet Christoph Hugenschmidt ist ein bisschen älter, als er meistens sagt. Als Chefredaktor von 'inxilotl-ithcan' ('Steinhauen - Strategie, Praxis, und wie man den Opferstein vermeidet, wenn man ein Statuenprojekt in den Sand gesetzt hat') machte er sich aber unbeliebt, weil er sich permanent über den "13-mal-394-Riesenbockmistkäfer" im Maya-Kalender lustig machte.)