"Bis zu 150 Mbit/s" - wirklich?

Telekom-Provider preisen ihre Produkte beispielsweise so an: "Download-Geschwindigkeit von bis zu 150 Mbit/s!" Oft genug bedeutet dies aber, dass diese Spitzengeschwindigkeit aus technischen Gründen nicht erreicht werden kann. Das FTTH Council Europe fordert nun in einer Stellungnahme von Breitband-Anbietern klare und deutliche Informationen über ihre Produkte und Dienstleistungen.
 
Hartwig Tauber, Generaldirektor des FTTH Council Europe, meint, technisch sei es durchaus möglich, die versprochene Geschwindigkeit auch zu liefern - und zwar mit Fibre to the Home (FTTH). Tatsächlich ist es so, dass beim Telefonkabel die Übertragungsqualität mit zunehmendem Abstand vom Verteiler abnimmt. Die Glasfasergruppierung betont, dass FTTH-Nutzer oftmals sogar mehr Bandbreite bekommen als angekündigt. Eine im Auftrag der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) durchgeführte Messung habe ergeben, dass in Spitzenzeiten DSL-Anwender 84 Prozent der beworbenen Bandbreite bekamen und Kabelkunden 99 Prozent, während FTTH-Provider 117 Prozent der versprochenen Bandbreite lieferten. Die Diskrepanz zwischen tatsächlicher und beworbener Bandbreite sei in Europa noch grösser, was schliesslich die Advertising Standards Agency zum Anlass nahm, strengere Regeln für die Bewerbung von Breitband-Angeboten einzuführen.
 
Gemäss den neuen Regeln, die im April 2012 in Kraft traten, müssen mindestens 10 Prozent der Kunden tatsächlich von der beworbenen Geschwindigkeit profitieren können. Die Folge: ISPs nennen nun in der Regel niedrigere Geschwindigkeiten. Immerhin müssen dänische Provider neu eine Mindestgeschwindigkeit in ihren Breitbandnetzen garantieren. Doch der Mangel an Klarheit im Rest Europas bleibe "ein ernstes Problem", meint die Glasfaservereinigung. (mim)