Höhere Support-Preise: IG SAP CH ist sauer

Die Erhöhung der Wartungspreise für den abgespeckten Standard-Support stösst auf Widerstand bei Schweizer SAP-Kunden. Die Interessengemeinschaft SAP CH beharrt auf ihren Forderungen.
 
Anfang Februar ist bekannt geworden, dass SAP ab Mitte Jahr den Preis für den Standard-Support (für alle Neuabschlüsse ab Juli 13) erhöht: Er steigt von 18 auf 19 Prozent des Lizenzpreises. Die Interessengemeinschaft SAP CH (IG SAP CH), die Ende 2008 im Zuge des damaligen Support-Streits entstand, hat sich nun gegenüber inside-it.ch zur jüngsten Preiserhöhung zu Wort gemeldet. Die IG hat Gewicht: Sie besteht aus 66 Firmenmitgliedern mit einer SAP-Lizenzsumme von rund 320 Millionen Franken. Zirka ein Drittel der IG-Mitglieder verwenden derzeit den Standard-Support.

"Was soll das?"
Peter Hartmann, der für die IG die Öffentlichkeitsarbeit koordiniert, betont, man sei immer noch das einzige Gremium, "das etwas gegen Preisbefehle von SAP unternimmt". Bei einem Meeting im September habe es noch seitens SAP Schweiz geheissen, dass die Wartungspreise für Standard- und Enterprise-Support dieses Jahr nicht erhöht werden sollen. Auch hiess es, dass alle Neuigkeiten im SAP Solution Manager 7.1 nur mit Enterprise-Support angeboten werden. Hartmann: "Wir fragen uns, was denn da eine Preiserhöhung für Standard-Support soll?"

Hartmann weist ausserdem darauf hin, dass mit dem Schritt von SAP das Wartungs- und Lizenzmodell nur noch komplizierter werde, da die Wartung für alte Lizenzen weniger kostet als jene für neue Lizenzen. Ab dem 1. Juli 2013 sei der umfangreichere Enterprise-Support nur noch 15,8 Prozent teurer als der Standard-Support (im Vergleich zu einer Neulizenzierung ab 1.7.13). Für SAP-Kunden sei damit klar, dass SAP wie schon früher die Firmen noch stärker in Richtung Enterprise-Support drängen möchte. "Der Kunde ist machtlos, es gibt keinen Wettbewerb, Drittwartung als Alternative ist in der Schweiz nicht möglich", sagt Hartmann.

Wie damals, als es darum ging, die Abschaffung des Standard-Supports rückgängig zu machen, beharrt die IG auf ihren Forderungen:
 
1) 20 Prozent Währungsrabatte auf Wartungskosten (Referenzkurs CHF - EUR = 1.20)

2) Mehr Flexibilität und breitere Wahlmöglichkeiten für Lizenz- und Wartungsverträge
 
3) Investitionsschutz beim Stopp von Weiterentwicklungen
 
4) Klare (Preis/Leistungs-)Differenzierung der Wartungsmodelle (Standard-Support mit notwendigen Leistungen für sicheren operativen Betrieb: Zielwert 15 Prozent, Enterprise-Support als Premium-Wartungsmodell, das alles inkludiert: max. 22 Prozent)

Die Interessengemeinschaft steht, was den ersten Punkt betrifft, seit mehr als einem Jahr im Kontakt mit dem Preisüberwacher. Doch auch dort stockt es. "Wir warten gespannt auf das Ergebnis der Umfrage, die der Preisüberwacher durchgeführt hat", so Hartmann. (mim)