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Montag, 09.05.2005
IT-Abteilungen sind ideenlos, finden Manager

Studie: IT-Abteilungen sind im Tagesgeschäft gefangen, nicht in die Unternehmensstrategie integriert und bringen keine eigenen Ideen.
 
Zahlreiche Unternehmen gefährden ihre Wachstumschancen, weil ihre IT-Organisationen sich nicht an den Anforderungen des Geschäfts orientieren - dies schliessen die Unternehmensberater von A.T. Kearney anhand der Resultate einer im letzten Herbst durchgeführten Umfrage unter 200 Grossunternehmen in den USA und Europa. Dass sowohl Unternehmensleiter als auch IT-Verantwortliche selbst die Integration der IT- in die Unternehmensstrategie oft als mangelhaft empfinden, weiss man auch aus anderen Studien, zum Beispiel dieser.
 
Gemäss A.T. Kearney scheint sich die Lage aber nicht zu verbessern, sondern eher zu verschlechtern. Im letzten Herbst sagte nur ein Viertel der beteiligten Unternehmen, ihre IT-Planung sei "voll integriert" in die gesamte Unternehmensplanung. Fast ein Drittel redete von einer teilweisen oder gar keiner Integration. Bei einer früheren Durchführung der Studie im Jahr 2002 waren die Verhältnisse noch genau umgekehrt.
 
Innovation kommt von ausserhalb der IT
 
Ungefähr die Hälfte der Befragten (45 Prozent) gab an, dass ihre IT-Abteilung sich hauptsächlich mit der Erledigung der täglichen IT-Anforderungen im Unternehmen beschäftigt, anstatt mit langfristigen strategischen Anforderungen. Nur 41 Prozent der Entscheidungsträger in den Unternehmen bewerten die Fähigkeit ihrer IT-Abteilung, auf notwendige strategische Veränderungen zu reagieren, als gut. Und fast drei Viertel der Führungskräfte sowie 60 Prozent der IT-Leute selbst (!) sagten sogar, dass die besten Ideen für die Nutzung neuer Informationstechnologien von außerhalb der IT-Abteilung kommen, zum Beispiel aus den Bereichen Unternehmensstrategie, Vertrieb, Marketing oder Produktion.
 
Die Studie setzt sich allerdings nicht mit der Frage auseinander, wie stark die Fokussierung der IT-Abteilungen auf das Tagesgeschäft mit dem Budgetdruck der letzten Jahre zusammenhängt.
 
Ausserdem sind die IT-Leute – vielleicht ja realistischerweise – selbst auch etwas skeptischer, wenn es um den frühen Einsatz neuer Technologien geht. So fanden mit 39 Prozent eine Mehrheit der Business-Leute gegenüber 33 Prozent der IT-Leiter, dass es sinnvoll wäre, als "Early-Adopters" frühzeitig in neue Technologien zu investieren. Bei den IT-Leuten bevorzugt die Mehrheit (46 Prozent) die "Early Maturity"-Phase einer Technologie, also die Phase, in der sie schon eine gewisse Reife erlangt hat.
 
Schlechtes Image der IT?
 
Interessant ist auch, dass über alle Fragen gesehen, die Antworten von Unternehmensleitern und von IT-Leitern tendenziell übereinstimmen – über die Grundproblematik ist man sich also einig. Allerdings sehen die Vertreter der Unternehmensleitung die IT konstant in einem etwas schlechteren Licht, als die IT-Leiter selbst.
 
So fanden zum Beispiel 47 Prozent der Vertreter der Unternehmensseite, dass sich die IT hauptsächlich mit dem Tagesgeschäft befasse, aber nur 36 Prozent der IT-Vertreter.
 
Und mehr als 30 Prozent der Business-Manager – aber immerhin auch 17 Prozent der IT-Manager – glauben sogar, dass jährlich 20 Prozent des IT-Budgets in ihrem Unternehmen schlichtweg vergeudet werden.
 
Ein ausführlicheres, kostenloses White-Paper zur A.T. Kearney-Studie findet man hier.(Hans Jörg Maron)
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