Internet-Saboteure kappen beinahe Internet-Seekabel

Während Cyberkriminelle für ihre Verbrechen auf Netzwerke angewiesen sind, gehen Saboteure in Ägypten mit brachialer Gewalt gegen einen der zentralen Nervenstränge des modernen IT-Zeitalters vor. Gestern hat die ägyptische Küstenwache drei Taucher festgenommen, die probiert haben sollen, rund 750 Meter vor der Küste von Alexandria ein wichtiges Unterseekabel, das der Egypt Telecom gehört, zu kappen. Mit einem solchen Sabotageakt wäre eine neue Qualität von Verbrechen erreicht.
 
Denn bei den bisherigen Beschädigungen, die in den letzten Tagen und Jahren immer wieder vorgekommen sind, war man davon ausgegangen, dass die Kabel vor allem von Schiffsschrauben oder Ankern beschädigt worden sind. So war man etwa letzte Woche bei den Beschädigungen des Seacom-Kabels von derartigen Beschädigungen ausgegangen.
 
Es handelte sich dabei laut einem Armeesprecher um das Unterseekabel SEA-ME-WE 4, wie die Nachrichtenagentur 'Reuters' berichtete. Dieses Kabel bildet das Rückgrat der Internetverbindung zwischen Süd-Ost-Asien, Indien und Europa. Es ist knapp 19'000 Kilometer lang und überträgt die Daten mit einer Geschwindigkeit von rund 164 GByte pro Sekunde. (vri)