Exklusiv! Avaloq holt Riesendeal in Australien

Der Zürcher Software-Hersteller schafft den Durchbruch auf dem internationalen Markt. Die grosse australische BT Financial Group führt Avaloq im Private Banking ein.
 
Vor mehr als einem Jahr kündigte der Zürcher Banken-Softwarehersteller Avaloq den Abbau von ungefähr 120 Stellen in Zürich und Thalwil an. Das Image des Überfliegers der Schweizer Software-Szene erlitt eine Delle. Seitdem kommuniziert man am Zürcher Hauptquartier von Avaloq sehr zurückhaltend.
 
Nur intern kommuniziert hat man beispielsweise den Gewinn eines Deals, der Avaloq endgültig in die Weltliga der Banken-Softwarehersteller katapultiert: Die australische Privatbankengruppe BT Financial Group (BTFG) wird Avaloq im Rahmen eines riesigen Umbauprojekts einführen. Die Gruppe ist der Vermögensverwaltungs-Arm der Westpac-Gruppe, die zu den vier grossen Bankkonzernen Australiens gehört. BTFG operiert unter 12 verschiedenen Marken.
 
Durchbruch im internationalen Markt
Weder BTFG noch Avaloq wollten unsere Fragen zum Deal beantworten, so dass manche Details offen bleiben. So wissen wir nicht, wie gross das Volumen des BTFG-Deals ist und wir kennen auch den Zeitrahmen der Projekte nicht. Insider sagen, BTFG wolle total etwa 450 Millionen australische Dollar für den Umbau des Privatbanken-Bereichs investieren. Ein nicht unwesentlicher Teil davon wird auf die Einführung einer neuen Kernbankenlösung für die Privatbanken entfallen.
 
BTFG ist der zweite sehr grosse, internationale Deal, den Avaloq an Land ziehen kann. Im April 2010 wurde bekannt, dass Avaloq den Vermögensverwaltungsbereich der Royal Bank of Scotland mit neuer Software ausrüstet. Damit steigt Avaloq in die erste Liga der internationalen Software-Hersteller für Banken auf. Gleicher Meinung ist auch der Marktforscher IBS Intelligence, bei dem wir den ersten Hinweis auf den BTFG-Deal gefunden haben. (Christoph Hugenschmidt)