Windows "Blue" tatsächlich kostenlos

Der Update hat nun auch einen offiziellen Namen: Windows 8.1.
 
Besitzer von Windows 8 werden den Update, den Microsoft unter dem Namen "Windows Blue" entwickelt, kostenlos erhalten. Dies hat Tami Reller, Marketing- und Finanzchefin von Microsofts Windows-Division, gestern an einer Veranstaltung bestätigt. Zudem kündigte sie an, dass der Update offiziell "Windows 8.1" heissen wird. Ein Preview-Build soll am 26. Juni, anlässlich von Microsofts Entwicklerkonferenz "Build", veröffentlicht werden. Die Endversion wird dann, so Reller, rechtzeitig auf die Weihnachtssaison veröffentlicht werden. Hardware-Partner sollen den Update früh genug erhalten, damit sie ihre Geräte für den Weihnachtsverkauf gleich mit der neuen Windows-8-Version ausstatten können.
 
Eigentlich hatte man schon als die ersten Gerüchte über Windows Blue an die Öffentlichkeit drangen unwillkürlich angenommen, dass der Update wie die früheren "Service Packs" gratis sein würde. Reller selbst hatte aber noch letzte Woche Zweifel gesäht, weil sie in Presse-Interviews nicht über den Preis von Windows Blue reden wollte. Einige Analysten hatten daraufhin spekuliert, das Microsoft mit künftigen regelmässigen Windows-Updates auch einen regelmässigen Umsatzstrom generieren wolle, ähnlich wie mit den "Office 365"-Abos.
 
Prinzipientreu, aber nicht stur
Zu den Änderungen, die Windows 8.1 bringen wird, äusserte sich Reller auch gestern nicht konkret. Sie erklärte lediglich, dass der Update sehr viele Änderungen beinhalte und das Entwicklerteam "prinzipientreu, aber nicht stur" auf Kundenfeedback reagiert habe.
 
Ob der Startbutton zurückkehrt oder ein direktes Booten zum Desktop möglich wird, steht also weiterhin nicht fest. Diese beiden Änderungen gehören sicher zu den meistgeäusserten Wünschen der User. Andererseits sind Apps von Drittanbietern, die genau diese Möglichkeiten bieten, bisher laut Presseberichten die absoluten Renner im Windows App Store. Wenn Microsoft diese Funktionen integriert, würde der Softwareherstellern also genau den Herstellern bisher erfolgreichsten Apps - wichtige Partner in einem zukünftigen Windows-App-Ökosystem - das Wasser abgraben. (Hans Jörg Maron)