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Freitag, 24.05.2013
Liechtenstein will Swisscom nicht

Parlament in Vaduz lässt geplanten Deal zwischen Swisscom und Telecom Liechtenstein platzen.
 
Noch vor zehn Tagen sah es so aus, als würde der Kauf von Telecom Liechtenstein durch Swisscom bald abgeschlossen werden können, doch nun ist der Deal überraschend geplatzt: Gestern hat der Liechtensteiner Landtag nach einer sechsstündigen Debatte knapp für das Nicht-Eintreten auf die Vorlage gestimmt.
 
Die Befürworter sahen in der Mehrheitsbeteiligung von 75 Prozent für 23 Millionen Franken die optimale Lösung. Die Gegner befürchteten, dass Liechtenstein die Souveränität über einen bis anhin zur Grundversorgung zählenden Infrastrukturbereich verlieren würde. Befürchtet wurde auch, dass sich Swisscom nicht genügend beim Ausbau des Glasfasernetzes engagieren würde. Dass rund die Hälfte der Beschäftigten nach dem Deal ihre Stelle verlieren würden, war ebenfalls ein Argument für die Gegner.
 
Kein Weltuntergang für Swisscom
Swisscom-Sprecher Carsten Roetz sagt gegenüber inside-it.ch, dass die geplante Mehrheitsübernahme damit für Swisscom definitiv vom Tisch ist. "Notabene bleiben wir in Liechtenstein Mobilfunkanbieter", betont Roetz. Bei dem Deal wäre es lediglich um das Festnetz gegangen.
 
Für Swisscom scheint der geplatzte Deal nicht weiter tragisch zu sein. Zwar sind durch die Vorbereitungen Kosten entstanden, doch die grossen Investitionen hätten erst nach dem Sommer begonnen. Ausserdem ging die ursprüngliche Initiative von Liechtenstein aus. Swisscom hätte den Telco zwar gerne gekauft, doch nicht zu jedem Preis. Das wurde bereits Ende 2012 klar, als der Deal aufgrund der geplanten Investitionen in den Netzunterhalt ein erstes Mal zu scheitern drohte. (Maurizio Minetti)
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Kommentare:
Remo Berner 24.05.2013 12:42 Das kommt einem vor wie in einem kleinen gallischen Dorf. Man will in diesem Bereich (Festnetz) "selbständig" bleiben.
Da stellt sich wohl die Frage, wieviel Sinn dies bei einem so kleinen Ländle macht?
Was wird denn nun mit den Datenleitungen ins benachbarte Ausland? Will man die paar Kilometer auf eigenem Staatsgebiet auch lieber "selbständig" verwalten?
 
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