Fortschritte im Schweizer E-Government

Die Schweiz schneidet im internationalen Vergleich gut ab. Doch das hiesige Angebot bleibt ausbaufähig.
 
In Sachen E-Government gehörte die Schweiz bislang nie zu den Top-Ländern. Nun attestiert die europäische Kommission der Schweiz immerhin, zum europäischen Mittelfeld zu gehören. Dies geht aus dem zehnten Statusbericht zum E-Government-Angebot europäischer Länder hervor.
 
Wie das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) in einer Mitteilung präzisiert, ist die aktuelle Studie nicht abschliessend, sondern wird 2014 durch eine weitere Untersuchung vervollständigt. Ergänzt werden die heutigen Ergebnisse durch die Untersuchung zu Prozessen in weiteren Verwaltungsbereichen wie Gesundheit, Justiz oder Wirtschaft.
 
Trotzdem kann man festhalten, dass die Schweiz von den vier gemessenen Hauptindikatoren in der Optimierung von Verwaltungsprozessen durch Online-Services aus Kundensicht ("Efficiency and Effectiveness") am besten abgeschnitten hat. Bei der Kundenzufriedenheit habe die Schweiz ein "sehr gutes Resultat" erzielt und in der Benutzerumfrage betreffend Nutzen und Bedürfniserfüllung von Online-Dienstleistungen sei die Schweiz "gut positioniert".
 
Laut dem ISB werden durch den Bericht auch nationale Studien bestätigt, wonach die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den elektronischen Dienstleistungen gut bis sehr gut ist.
 
Es gibt noch Entwicklungspotential
Ausbaufähig bleibt allerdings das Angebot der öffentlichen Verwaltung für die Wirtschaft. Entwicklungspotential bestehe ausserdem auch im Bereich der technischen Voraussetzungen für E-Government. Basismodule wie die Einmalanmeldung mit der eID, die elektronische Beglaubigung von Dokumenten oder die sichere Dokumentablage sollten als Grundlage für eine flächendeckende Ausbreitung von E-Government auch in der Schweiz vermehrt eingesetzt werden, so das ISB. Die Etablierung dieser Basismodule fördere die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Transaktionen (User Empowerment). Diese Aspekte seien bisher in den Online-Services der Schweizer Behörden gemäss dem EU-Bericht noch zu wenig berücksichtigt worden. (mim)