Bring Your Own Device an Schweizer Schulen

Der oberste Schweizer Lehrer plädiert dafür, dass Smartphones und Tablets in den Unterricht mitgebracht werden sollen. Derweil beginnt an der Projektschule Goldau das BYOD-Projekt "Brings mIT!".
 
Seit Freitag steht der Entwurf des Lehrplan 21 zur Vernehmlassung bereit. Umstrittenes Thema dabei ist, wie stark Informatik in den Unterrichtet integriert werden soll. Gemäss dem Entwurf ist "ICT und Medien" bloss eine überfachliche Kompetenz - Anwenderkenntnisse stehen dabei im Vordergrund. Die ICT-Branche und ihre Vertreter setzen sich hingegen dafür ein, dass Grundlagenkenntnisse schon früh vermittelt werden.
 
"Brings mIT!"
Nicht von der Hand zu weisen ist, dass Schüler schon heute früh mit Computern hantieren - doch in der Regel sind Smartphones und Tablets in der Schule schlicht verboten. Beat W. Zemp, Präsident des Schweizerischen Lehrerverbands, plädiert nun dafür, dass Schüler "in einigen Jahren" ihre eigenen elektronischen Geräte in den Unterricht mitbringen sollen. Im Interview mit der 'SonntagsZeitung' sagt Zemp: "Die meisten haben die Geräte ja schon heute zu Hause. Für die andern wird die Schule Geräte zur Verfügung stellen. Das Internet ist heute omnipräsent." Unterrichtsmaterialien könnten von der Lehrperson im Internet bereitgestellt und dann direkt heruntergeladen werden", so Zemp.
 
Bring Your Own Device (BYOD) also nicht nur in Unternehmen und Verwaltungen, sondern auch an Schweizer Schulen? So fern scheint diese Idee nicht zu sein. In der Projektschule Goldau beginnt nach den Sommerferien das BYOD-Projekt "Brings mIT!". Alle Kinder von fünf 5./6.-Klassen der Gemeindeschulen Arth-Goldau sowie eine zusätzliche 3. Klasse sollen Tablets oder Smartphones mit Erlaubnis der Lehrperson in die Schule mitbringen und für schulische Zwecke nutzen dürfen. Für solche, die kein privates Gerät mitbringen, werden schuleigene Geräte zur Verfügung gestellt. Sie sollen dadurch "lesen, schreiben, rechnen, zeichnen, fotografieren, Musik und Töne hören und aufzeichnen sowie bei verfügbarem Funknetz in der Schule und zuhause im Internet surfen und kommunizieren, aber auch spielen können", heisst es dort. Sie sollen somit auch lernen, kritisch mit der immer verfügbaren Informations- und Kommunikationstechnologie umzugehen.
 
BYOD-Pionier
Das Projekt wurde vom Institut für Medien und Schule (IMS) der Pädagogischen Hochschule Schwyz initiiert. Es wird mit Drittmitteln und Eigenmitteln der PH Schwyz finanziert, "so dass weder der Schule, den Eltern noch den Kindern zusätzliche Kosten entstehen", heisst es auf der Website der Projektschule Goldau. Bereits 2009 - also Jahre, bevor das Schlagwort BYOD auftauchte - hatte die Schule in einem Experiment Primarschüler mit iPhones ausgerüstet. Darauf folgte das jüngste Projekt "Digitaler Alltag". Das Projekt "Brings mIT!" scheint nun die konsequente Weiterführung der bisherigen Projekte. (mim)