Exklusiv! Raiffeisen stoppt IBM-Projekt

Raiffeisen wollte mit IBM das veraltete Frontsystem Dialba erneuern. Dieses Teilprojekt wurde nun sistiert.
 
Raiffeisen erleidet einen Rückschlag in ihrem Projekt, das Software-System der Raiffeisenbanken zu erneuern. Wie inside-it.ch im Frühjahr 2012 berichtet hat, wollte die Bank die Eigenentwicklung Dialba2000 mit dem Programm Dialba2020 in Zusammenarbeit mit IBM innerhalb von fünf Jahren technisch und fachlich rundum erneuern. Doch nun ist das Teilprojekt mit IBM diese Woche abgebrochen worden.
 
"Das Migrationsprojekt mit IBM hat bis heute nicht die geplanten Resultate gebracht. Deshalb haben wir es sistiert", bestätigt Raiffeisen-Sprecher Franz Würth entsprechende Insiderinformationen gegenüber inside-it.ch. Man sei nun in Verhandlungen mit IBM, um das weitere Vorgehen zu beschliessen. Es bleibt also offen, ob das Projekt allenfalls unter anderen Umständen weitergeführt wird. Bei IBM Schweiz heisst es auf Anfrage bloss: "Wir kommentieren grundsätzlich keine laufenden Projekte."
 
IBM hätte sich um die technische Migration und Transformation der Plattform zu Java kümmern sollen. Wer diese Aufgabe nun übernimmt, ist laut Würth noch offen. Unklar bleibt auch, wie stark das Projekt durch den Teilabbruch zeitlich nach hinten geschoben wird. Den grössten Teil der Renovation der Software will Raiffeisen nach wie vor selber stemmen. Dazu gehört etwa die Erneuerung des CRM-Moduls.
 
Das Frontsystem Dialba ist bereits seit den Neunzigerjahren bei über 300 Genossenschaftsbanken im Einsatz. Raiffeisen hatte bei der Evaluation zum Ersatz des Systems auch die Software des Zürcher Herstellers Avaloq geprüft. Doch dann entschied man sich für eine Neuentwicklung mit Hilfe von IBM. (Maurizio Minetti)