Für 13 Millionen: Namics baut neues Bundes-CMS

Das BIT entscheidet sich für ein neues CMS von Namics. Das VBS schreibt ein eigenes CMS-Projekt aus.
 
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) hat heute einen Zuschlag an den St. Galler Webdienstleister Namics publiziert. Für rund 13 Millionen Franken liefert Namics ein neues Content Management System (CMS). Welche Plattform Namics einsetzen wird, konnten wir heute beim BIT nicht in Erfahrung bringen. Im Preis inbegriffen sind vier Jahre Wartung und Optionen. Rund drei Viertel des Volumens machen die Optionen aus, der Rest ist der Grundauftrag. Namics konnte sich in einem offenen Verfahren durchsetzen.
 
Zurzeit ist beim BIT das CMS Imperia des Kölner Herstellers Seitenbau im Einsatz. Wie es in den Ausschreibungsunterlagen zum Projekt "cms.nextgen" heisst, war das BIT auf der Suche nach einem "zukunftsgerichteten, anpassungsfähigen und wirtschaftlich günstigen CMS-Nachfolgeprodukt" sowie einem leistungsfähigen Anbieter, der in der Lage ist, die geforderten Dienstleistungen zu erbringen. Das Projekt beginnt in diesem Quartal und soll bis Ende 2017 dauern. Das BIT hatte erst im vergangenen Juni nach einem offenen Verfahren einen neuen Zuschlag an Seitenbau vergeben. Für rund 6,5 Millionen Franken sorgt das Unternehmen bis ins Jahr 2017 für Weiterentwicklung, Wartung und Betriebsunterstützung von Imperia.
 
VBS schreibt selber aus
Neben der Lösung, die Namics implementieren wird, wird es in der Bundesverwaltung ein weiteres neues CMS geben. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat vor kurzem nämlich eine eigene Ausschreibung gestartet. Ziel: Das bestehende CMS, das beim eigenen Leistungserbringer (Führungsunterstützungsbasis FUB) betrieben wird, mit einem externen CMS als Managed Service (Cloud Computing) im Verlauf des nächsten Jahres abzulösen, so VBS-Kommunikationschef Peter Minder. Beim CMS des VBS handle es sich um ein Produkt von Adobe. Mit dem US-Softwarehersteller habe das VBS seit 2007 einen Vertrag.
 
CMS-Debakel vor zehn Jahren
Der Bund hatte bei der Auswahl von CMS-Lösungen nicht immer eine glückliche Hand. Ende 2002 endete die Evaluation eines neuen Systems beim BIT in einem Fiasko. Den Zuschlag erteilte das BIT damals aufgrund der eingegangen Offerten an Siemens, berichtete damals die 'Handelszeitung'. Die Übung sei aber "rasch abgebrochen" worden, weil zwischen Offerte und Rechnung "Welten klafften", schrieb die Zeitung. Das Projektbudget sei um einen Drittel gekürzt worden, begründete das BIT damals den Rückzieher.
 
Den Auftrag erhielt später dann aber nicht das zweitplatzierte Unternehmen, sondern Imperia, obwohl das Unternehmen gar nicht offeriert hatte. Imperia kam damals zugute, dass das CMS bereits beim Bund im Einsatz war. Der erste Auftrag an Imperia erfolgte damals also freihändig, sprich ohne Ausschreibung. (Maurizio Minetti)