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Freitag, 27.05.2005
Was der Turnerverband mit EBPP zu tun hat

C-Channel mit Guerilla-Marketing im EBPP-Business
 
Hinter dem unverständlichen Kürzel EBPP (Electronic Bill Presentment & Payment) steckt ein Teil des zukünftigen Alltags. Rechnungen werden mehr und mehr digital verschickt und per Mausklick bezahlt. In der Schweiz dominieren die Telekurs-Tochter Paynet im Zahlungsverkehr zwischen Firmen und die Post mit Yellowbill im Geschäft mit Privatkunden. Hat eine Kleinfirma im Konzert der "Grossen" mit einer eigenen Lösung überhaupt eine Chance?
 
Fragt man Paul Gnos von der Hünenberger C-Channel so bekommt man ein dezidiertes "Ja" als Antwort. C-Channel stellt die Zahlungssoftware "PayMaker", die Vereinslösung "WinClub&Office" und die KMU-Administrationslösung "BusinessMaker" her und vertreibt Einzahlungsschein-Leser für Private und Firmen. Und C-Channel tritt als - im Vergleich zur Konkurrenz geradezu winziger - Anbieter einer EBPP-Lösung namens "bill+pay" auf.
 
Guerilla-Marketing über Vereine
"bill+pay" bietet dem Anwender vor allem in der Kombination mit der Zahlungslösung PayMaker einige Vorteile. So kann man mit PayMaker digitale Rechnungen von Yellowbill, Paynet und "bill+pay" wie auch Papierrechnungen bezahlen und archivieren. Doch die grossen Rechnungssteller wie die Elektrizitäts- und Wasserwerke, Verlage oder Telcos konnten sich bis heute nicht für das EBPP-System aus Hünenberg begeistern. Gnos: "Ich habe unsere Lösung vor einem Jahr vielen Grossfirmen präsentiert. Alle zeigten sich interessentiert, machten dann aber einen Rückzieher. Und Postfinance will zwar mit uns zusammenarbeiten, aber nichts für unsere Software bezahlen. Das akzeptiere ich natürlich nicht."
 
Gnos hat in der Folge seine Strategie geändert. Nun macht sich C-Channel nicht auf Suche nach grossen Rechnungsstellern, sondern nach Rechnungs-Empfängern. Sein Vehikel: die Vereine. Gnos: "Wenn ich den Rechnungsstellern 20'000 Anwender von "bill+pay" bringe, werden sie aufspringen." Also bietet Gnos allen den tausenden von Vereinen, die seine Software einsetzen, massive Kosteneinsparungen. "Eine Papierrechnung durch uns verschicken zu lassen, kostet einen Verein zwei Franken pro Rechnung. Mit "bill+pay" verlangen wir noch 60 Rappen", rechnet er vor. "Während der Orbit will ich jeden Tag 10 Vereine dazu motivieren, unsere EBPP-Lösung einzusetzen", so Gnos.
 
Tatsächlich ist das Potential gewaltig. Ca. 10’000 Vereine mit geschätzten 1'000’000 Mitgliedern arbeiten mit der Software von C-Channel. Wenn auch nur 10 Prozent davon "bill+bay" einsetzen, könnte die kleine C-Channel mit der scheinbar übermächtigen Konkurrenz der Banken und der Post durchaus mithalten und ihre EBPP-Lösung in der Schweiz etablieren. Es wäre ein Lehrstück für gelungenes Guerilla-Marketing. (Christoph Hugenschmidt)
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