Swisscom Mobile ID ab Mitte Oktober verfügbar

SuisseID-Killer oder doch nur Ergänzung? SuisseID selbst lanciert eine Mobile-Version mit TAN-Verfahren. Post stellt "Swiss Stick" ein.
 
Die Lancierung der Swisscom Mobile ID steht kurz bevor. So sagte Swisscom-Mann Adrian Humbel gestern an einem Kundenanlass des St. Galler Software-Herstellers Abacus, die neue Authentisierungslösung werde Mitte Oktober verfügbar sein.
 
Anstelle eines Tokens, also zum Beispiel eines USB-Sticks oder einer Smartcard, dient die SIM-Karte zusammen mit einer PIN als Sicherheitsmerkmal. User, die die Swisscom Mobile ID benützen wollen, müssen deshalb eine neue SIM-Karte beziehen. Die SIM-Karten werden für die Anwender kostenlos ausgegeben. Noch offen sind die Kosten, die für Service Provider im B2C-Geschäft entstehen werden. Service-Provider, die die Mobile ID für Firmen anbieten, werden 4.50 bis sieben Franken pro Monaten und (aktive) User bezahlen.
 
Wie Humbel gestern sagte, wird man die Mobile ID für die Authentisierung bei Postfinance, für Abacus (AbaWeb) und für die Datenaustausch-Plattform Trust Room verwenden können. Und AdNovum und Ergon haben oder werden sie für das Access-Management von Nevis und Airlock einbauen.
 
Der entscheidende Vorteil der Swisscom Mobile ID gegenüber anderen Lösungen wie etwa die wenig erfolgreiche SuisseID ist die Verbreitung der SIM-Karten. Fast jedermann besitzt ein Handy und kann deshalb Mobile ID benützen, ohne ein zusätzliches Gerätchen herumtragen zu müssen, das man leicht verlieren kann. Ausserdem ist die Mobile ID wesentlich einfacher zu bedienen als die SuisseID, die allerdings mehr Funktionen hat. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass Swisscom Mobile ID die eh schon schwache Verbreitung der SuisseID noch mehr reduzieren wird.
 
Post stellt "Swiss Stick" ein
Swisscom und der SuisseID-Anbieter Post betonen hingegen, dass sich die beiden Produkte ergänzten. SuisseID stellte am gleichen Anlass gestern in Zürich aber eine einfachere Version der SuisseID vor.
 
Sie heisst SwissID Mobile Service und setzt keinen USB-Stick mehr voraus, sondern die Authentisierung funktioniert mit einem mTAN. Zusätzlich zu Username und Passwort identifiziert sich ein Anwender mittels einer Transaktionsnummer, die ihm per SMS zugesandt wird.
 
Wie die Post vor ein paar Tagen mitteilte, hat sie den Vertrieb der SuisseID auf einem USB-Stick, den so genannten "Swiss Stick", eingestellt. Er wird durch SuisseID Mobile Service ersetzt. (Christoph Hugenschmidt)