20'000 Smartphones und Tablets für SBB-Angestellte

Mit dem neuen Projekt "Mitarbeitende verbinden" will die SBB das Papier möglichst verbannen. Nun schreibt die SBB die Beschaffung von Smartphones und Tablets aus. Apple und Samsung haben gute Karten.
 
Peter Kummer liebt sein iPad. Der Informatikchef der SBB ist ein Verfechter der Idee, dass Informationen in digitaler Form besser genutzt werden können als solche auf Papier. So erstaunt es nicht, dass Kummer vor einem Jahr den papierlosen Führerstand einführte: iPads gibts seitdem für Lokführer, Lokpersonal und Kaderleute. Jetzt geht die SBB einen Schritt weiter. Das bisher nur intern bekannte Projekt "Mitarbeitende verbinden" sieht vor, dass künftig möglichst auf Papier verzichtet wird. Reglemente, Dienstpläne etc. soll man fortan elektronisch studieren.
 
Geschäftlich und privat
Die SBB startet dazu in diesen Tagen einen Pilotversuch, bestätigt Konzernmediensprecher Christian Ginsig gegenüber inside-it.ch. "Es geht schlicht darum, Abläufe zu beschleunigen und Mitarbeitende besser zu integrieren." In einer internen Präsentation zum Projekt (siehe Screenshot) heisst es, dass jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin bis Ende 2014 möglichst ortsunabhängig erreichbar sein soll. Es wird ausserdem explizit erwähnt, dass die Geräte geschäftlich und privat genutzt werden können.
 
Derzeit werden neue interne Apps entwickelt, die unter anderem für die Meldung von Mängeln benötigt werden oder für den Zugriff auf firmeninterne News. Ausserdem gibt es auch eine Art Dropbox-App, die dafür sorgt, dass relevante Unterlagen immer dabei sind. "Eine erste Gruppe ausgewählter Mitarbeitenden aus verschiedenen Arbeitsbereichen soll nun beginnen, mit ersten SBB-Apps zu arbeiten", so Ginsig.
 
12'000 Smartphones und 8000 Tablets
Für den aktuellen Pilotversuch werden Geräte von Samsung verwendet. Doch es steht noch offen, welche Tablets und Smartphones künftig SBB-intern verwendet werden. Die SBB hat heute eine entsprechende Gerätebeschaffung ausgeschrieben, die unter anderem den Kauf von rund 12'000 Smartphones und 8000 Tablets vorsieht. Ausserdem werden zirka 7500 Geräte für die Ablösung der bestehenden GSM-R-Handys von Samsung benötigt sowie 3500 Geräte für die Ablösung bestehender Zugpersonalgeräte (ZPG). Das finanzielle Volumen des Auftrags dürfte schätzungsweise im tiefen zweistelligen Millionenbereich liegen.
 
Laut SBB sind alle Mengenangaben als Referenzgrösse zu verstehen. Die Bestellmenge könne durchaus noch abweichen und die Gerätebeschaffungen erstrecken sich teilweise über mehrere Jahre. (Maurizio Minetti)