Durchbruch: Tiefere Preise für Schweizer SAP-Kunden

Preisüberwacher einigt sich mit SAP Schweiz über Wartungsgebühren für Bestandeskunden.
 
Seit rund zwei Jahren hat der Preisüberwacher Stefan Meierhans die Schweizer Preise für amerikanische oder europäische Software im Visier. Dabei steht insbesondere SAP im Fokus. Aufgrund der starken Abschwächung des Euros bezahlen SAP-Bestandeskunden, die ihre Software noch zum höheren Eurokurs gekauft haben, zum Teil höhere Wartungsgebühren als Kunden, die ihre Software nach dem Kurssturz gekauft haben. Die Interessengemeinschaft SAP Schweiz (IG SAP CH) hat in den letzten Jahren beim Preisüberwacher diesbezüglich Druck gemacht - und verzeichnet jetzt einen Erfolg.
 
Regelung bis Ende 2016
Wie das Büro des Preisüberwachers gegenüber inside-it.ch mitteilt, hat sich "Monsieur Prix" mit SAP Schweiz auf ein "Preis-Massnahmenpaket" bei den Wartungsgebühren für SAP-Kunden geeinigt. Dieses Paket umfasse einerseits eine Absicherung von Anpassungsmöglichkeiten zu Gunsten von bestehenden Support-Verträgen sowie Preismoratorien in Bezug auf die Wartungsgebühren.
 
In einer gestern publizierten einvernehmlichen Regelung zwischen dem Preisüberwacher und SAP Schweiz, die vom 19. November stammt, heisst es, SAP verzichte - wenn möglich - auf die sogenannte "+5% Pflegeerhöhungsklausel". Diese besagt, dass SAP die Wartungspreise relativ kurzfristig zum Ende des Kalenderjahres um jeweils maximal 5 Prozent erhöhen kann.
 
Weiter verzichtet SAP Schweiz für 2014 und 2015 auf eine Erhöhung des Prozentsatzes für die Wartungsgebühren für beide Support-Modelle (Standard und Enterprise), insbesondere für alle Schweizer Bestandskunden und Partner mit Bestandskunden. Neu ist zudem die Teilkündigung gemäss der CT-Policy (SAP Policy for Cloud and On Premise) auch auf Bestandskunden anwendbar. SAP verpflichtet sich demnach für 2014 und 2015, die aktuelle CT-Policy nicht zu Ungunsten der Kunden abzuändern.
 
IG und SAP zufrieden
Die Regelung gilt ab deren Unterzeichnung bis am 31. Dezember 2016. Hält sich SAP Schweiz nicht daran, droht eine Busse von bis zu 100'000 Franken. Peter Hartmann, der für die IG die Öffentlichkeitsarbeit koordiniert, gibt sich gegenüber inside-it.ch erfreut: "Wir sind einen Schritt weiter. SAP scheint die Kunden wieder ernst zu nehmen."

Auch SAP Schweiz gibt sich erfreut. In einer Stellungnahme heisst es: "Wir begrüssen es, dass eine einvernehmliche Regelung mit dem Preisüberwacher gefunden wurde und die Abklärungen damit eingestellt wurden. Wir sind überzeugt, dass wir in der Schweiz attraktive Marktbedingungen bieten, die unseren Bestandskunden erlauben, flexibel und zeitnah zu reagieren und ihre Pflegemodelle und Software-Lösungen ihren Bedürfnissen anzupassen." (Maurizio Minetti)