Quickline soll Gratis-WLAN-Anbieter werden

Test in Solothurn. Quickline-Kunden haben unbeschränkten, alle anderen User einen zeitlich beschränkten Zugriff.
 
Das Bieler Unternehmen Finecom Telecommunications, Betreiber des Providerverbunds Quickline, startet zusammen mit dem Quicklinepartner GA Weissenstein im Stadtzentrum von Solothurn ein Pilottest für ein kostenloses öffentliches WLAN-Netz. Falls der Test erfolgreich verläuft, soll später auch in anderen vom Quickline-Verbund abgedeckten Gebieten Gratis-WLAN angeboten werden. Der drahtlose Internetzugang soll dabei, ähnlich wie Cablecoms "Wi-Free", einerseits ein kostenloser Zusatzservice für Quickline-Kunden werden. Gleichzeitig soll das Quickline-WLAN aber, anders als bei Cablecom, auch von Nicht-Kunden genützt werden können.
 
Bestehende Quickline-Kunden haben wie erwähnt unbeschränkten Zugang. Auch andere User können das Netz kostenlos nutzen, allerdings erst Mal nur eine Stunde lang. Danach gibt es, wie uns der Finecom-Mann Patrick Kocher erklärte, zwei Varianten, wie nicht Quickline-Kunden den Zugang weiter nützen könnten. Entweder müssen sie eine Zusatzgebühr für eine 24-Stunden-Nutzung bezahlen, oder sie müssen sich einfach neu einloggen. Laut Kocher soll im Pilottest unter anderem anhand von Umfragen bei Usern abgeklärt werden, wie die beiden Varianten ankommen. Daneben soll auch abgeklärt werden, wie zufrieden sie mit der verfügbaren Bandbreite, der allgemeinen Qualität und anderen Aspekten des Netzes sind.
 
Technisch gesehen testet Finecom eine gemischte Infrastruktur. Einerseits werden normale öffentliche WLAN-Access-Points aufgebaut - in Solothurn sind es neunzehn. Gleichzeitig sollen aber auch private WLAN-Router von Quickline-Kunden verwendet werden, um die Abdeckung und Leistungsfähigkeit des Netzes zu erhöhen. Kunden, die sich zu einer Teilnahme am Test entscheiden, erhalten neue Router, die gleichzeitig ein öffentliches und ein privates WLAN aufbauen können. Das öffentliche Netzwerk ist dabei strikte vom privaten Netzwerk getrennt, wie Finecom versichert. Für das öffentliche WLAN erhalten diese Kunden zudem zusätzliche Bandbreite, so dass die privat abonnierte Bandbreite nicht angetastet wird. (Hans Jörg Maron)