EU ist für die Netzneutralität

Gleichzeitig sollen die Roaming-Gebühren abgeschafft werden - dieser Entscheid kommt nicht nur gut an.
 
Heute hat das EU-Parlament für die Abschaffung der Roaming-Gebühren und für die Netzneutralität gestimmt. Letzteres hat das Europaparlament mit grosser Mehrheit angenommen - eine Telekommunikationsverordnung, die die Kommissarin Neelie Kroes vorgelegt hatte. Mit dieser Verordnung sollen Drosselungen und Blockaden des Datenverkehrts im Internet verhindert werden.
 
Damit haben die Parlamentarier eine Idee der Telekommunikationsunternehmen verhindert. Diese wollten nämlich bestimmte Datenpakete im Internet bevorzugt behandeln. Kritiker befürchteten somit aber ein "Zwei-Klassen-Internet".
 
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) begrüsst den Entscheid zur Sicherung der Netzneutralität. Bei der Abschaffung der Roaming-Gebühren sieht es jedoch anders aus. Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder: "Eine Abschaffung der Roaming-Gebühren würde das komplette Preisgefüge in der Mobilkommunikation ins Rutschen bringen und die Verbraucher an anderer Stelle zusätzlich belasten. Die Preise für Inlandstelefonate und mobile Internetnutzung würden zwangsläufig steigen." Er glaubt, dass vor allem Geschäftsleute davon profitieren werden, die häufig im Ausland unterwegs sind. "Leidtragende werden die einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen sein, die wenig reisen und derzeit von den niedrigen Gebühren für Inlandsgespräche am stärksten profitieren," führt er aus.
 
Die Gebühren für mobiles Telefonieren, Surfen und SMS-Schreiben im europäischen Ausland sollen bis Dezember 2015 vollständig abgeschafft werden. Damit die Vorhaben des EU-Parlaments umgesetzt werden, braucht es nun aber noch die Zustimmung der Regierungen der EU-Mitgliedstaaten. (lvb)