Grundbuchdebakel kostet IBM 3,9 Millionen Franken

....die Kantone aber noch viel mehr. Alleine Solothurn muss 1,5 Millionen Franken abschreiben und beantragt dafür einen Nachtragskredit. IBM muss Auftraggeber-Konsortium verschiedener Kantone wegen Debakel mit neuer Grundbuch-Software 3,9 Millionen Franken zurückzahlen.
 
Das Grundbuch-Debakel kommt die Kantone teuer zu stehen. Alleine der Kanton Solothurn muss 1,5 Millionen Franken abschreiben und beantragt dafür einen Nachtragskredit für 2013, wie die 'Solothurner Zeitung' heute berichtet.
 
Fünf Kantone und die Stadt Chur hatten im Oktober 2005 eine neue Version der Lösung ISOV Grundbuch V6 bei IBM bestellt. Die fünf Kantone waren Zürich, Luzern, Solothurn, Zug und Schaffhausen. 2009 kam es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen dem Kanton Solothurn und IBM, 2011 zogen die Kantone die Reissleine. Das Projekt wurde gestoppt und beschäftigte danach die Juristen.
 
Nun haben sich die Kantone offenbar aussergerichtlich mit IBM geeinigt. Der Software-Riese erstattet dem Auftraggeber-Konsortium 3,9 Millionen Franken zurück, wie die 'Solothurner Zeitung' recherchiert hat. 690'000 Franken erhält der Kanton Solothurn. Weil er für das gescheiterte Projekt insgesamt 2,2 Millionen Franken ausgegeben hat, muss er nun eben 1,5 Millionen abschreiben. Insgesamt dürfte das gescheiterte Projekt etwa 11 Millionen Franken gekostet haben, für sieben davon müssen die SteuerzahlerInnen geradestehen. IBM-Sprecherin Susan Orozco wollte zu unseren Fragen "aus Gründen der Vertraulichkeit" nicht Stellung nehmen.
 
Vor knapp einem Jahr entschied sich der Kanton Solothurn für die Anschaffung der Grundbuchlösung "Capitastra" der Berner Bedag. Das Projekt kostet den Kanton weitere 2,7 Millionen Franken. Die Lösung soll diesen Herbst eingeführt werden. Alles laufe "nach Plan", sagte die zuständige Departementssekretärin Heidi Pauli zu der Zeitung.
 
IBM hatte nicht nur bei der Erarbeitung einer neuen Version von ISOV Grundbuch Probleme. Auch Projekte mit anderen Teilen der Gemeindelösung ISOV sind gescheitert, so das Projekt zur Einführung einer neuen Version der Software für die Einwohnerkontrolle im Kanton Zug. (hc)