Cablecom lanciert Mobilfunkangebot - vorerst nur für bestehende Kunden

Neues Angebot ist vor allem für Wenig- und Durchschnittsnutzer attraktiv. Roaming-Gebühren sind aber hoch.
 
Fast drei Jahre nach dem Abschluss einer Partnerschaft mit Orange hat es UPC Cablecom nun geschafft, ein umfangreiches Mobilfunkangebot auf die Beine zu stellen. Der Kabelnetzriese fungiert als Mobile Virtual Network Operator (MVNO) von Orange und darf sich nun somit Quadruple Player nennen: Cablecom bietet Festnetztelefonie, TV, Internet und nun auch Mobilfunk an.
 
Nutzen können das Angebot vorerst aber nur Kunden, die bereits Produkte von Cablecom beziehen und per E-Mail dazu eingeladen werden. Cablecom-Kunden, die ein Abo für digitales TV, Internet oder Festnetztelefonie haben, können unter drei Mobilfunkabos wählen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Wer kein neues Handy braucht, kann auch nur eine SIM-Karte bestellen und zahlt so tiefere Monatsgebühren. Gespräche innerhalb des Fest- und Mobilfunknetzes von Cablecom sind gratis.
 
Cablecom hatte bereits vor rund zehn Jahren ein Mobilfunk-Angebot im Sortiment. Allerdings verkaufte Cablecom damals lediglich Sunrise-Angebote weiter. Der Deal mit Sunrise lief Ende 2010 aus.
 
Comparis: "Attraktiv"
Der Internet-Vergleichdienst Comparis hat die neuen Angebote bereits unter die Lupe genommen. Vor allem für Wenig- und Durchschnittsnutzer seien diese attraktiv. Telekom-Experte Ralf Beyeler sieht drei Vorteile: "Erstens wird sekundengenau abgerechnet – im Markt eine grosse Ausnahme. Zweitens gilt das enthaltene Gesprächsguthaben für Anrufe in alle Netze." Drittens lobt er, dass Anrufe innerhalb des Cablecom-Netzes grundsätzlich gratis sind. Dies gilt auch für Gespräche zu Festnetz-Anschlüssen des Kabelnetzbetreibers.
 
Beyeler kritisiert aber, dass bislang erst Cablecom-Kunden das Angebot nutzen können. Aufpassen müssten die Kunden auch im Ausland: "Das Roaming-Angebot ist teuer. Wer sein Smartphone im Ausland intensiv braucht, sollte nicht zu UPC Cablecom wechseln", rät er. Ein weiterer Nachteil für Vielnutzer: "Es gibt keine Flatrate, sondern ein begrenztes Anrufkontingent – im grössten Abo sind das monatlich 400 Minuten", sagt Beyeler. (mim)