Das neue Nokia: Karten, Wearables und Netzwerke

NSN-Mann Rajeev Suri wird neuer Nokia-CEO.
 
Nach dem Verkauf der verlustreichen Handy-Sparte an Microsoft konzentriert sich der finnische Traditionskonzern Nokia auf drei Bereiche: Da ist einerseits die Netzwerksparte NSN, die in den letzten Jahren eine Dauerkrise erlebte. Anderseits setzt Nokia mit dem durchaus konkurrenzfähigen Kartendienst Here und mit der Sparte Advanced Technologies auch auf Zukunftsbereiche wie etwa Wearable Computing: Wenn künftig Computer immer mehr in Kleidern, Uhren oder Brillen zur Anwendung kommen werden, will Nokia präsent sein.
 
Neuer CEO von Nokia ist Rajeev Suri (Foto), der bislang CEO von NSN war. Beim Netzwerkausrüster hat Suri in den vergangenen Jahren eine Restrukturierung nach der anderen durchgeführt. Neuste Zahlen deuten darauf hin, dass sich NSN wieder auf Kurs befindet: Im ersten Quartal stieg der operative Gewinn des Netzwerkgeschäfts überraschend um zehn Prozent auf 216 Millionen Euro.
 
Der Nokia-Veteran übernimmt nun am 1. Mai die Funktion von Risto Siilasmaa, der Interims-CEO war und Chairman des Konzerns bleibt. Der letzte Vollzeit-CEO war Stephen Elop, der nun in der Mobile Devices Group von Microsoft arbeitet.
 
Nochmal Handys?
Sollte es mit den oben genannten Sparten mit der Neuerfindung von Nokia nicht klappen, könnte das Unternehmen durchaus wieder auf Handys zurückkommen. Nokia hat das Recht, die Nokia-Marke ab Anfang 2016 wieder für Handys zu verwenden. Das Handygeschäft hat den Finnen allerdings zum Abschied noch einmal die Quartalszahlen vermiest. Die Sparte schrieb im ersten Quartal - dem letzten unter dem Nokia-Dach - einen Verlust von 339 Millionen Euro. Das sind massiv mehr als vor einem Jahr, als das Handygeschäft ein Defizit von 171 Millionen Euro einfuhr. Der Umsatz fiel um 30 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro.
 
Dies riss den noch vereinten Nokia-Konzern im ersten Quartal in die roten Zahlen. Unter dem Strich sammelte sich Verlust von 229 Millionen Euro an, was immerhin eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist, als ein Defizit von 339 Millionen Euro zu Buche stand.
 
Das verbliebene Nokia-Geschäft schaffte im ersten Quartal mit 110 Millionen Euro die Rückkehr in die Gewinnzone nach einem Verlust von 168 Millionen Euro vor zwölf Monaten. Und dies, obwohl der Umsatz um 15 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro schrumpfte. (mim)