Seco-Mann fiel bereits vor 20 Jahren negativ auf

Der wegen Korruptionsverdacht freigestellte Seco-Mitarbeiter sollte schon einmal versetzt werden.
 
Der wegen Korruptionsverdachts freigestellte Seco-Ressortleiter ist offenbar kein unbeschriebenes Blatt. Der Mann soll bereits in den 90er-Jahren wegen Unregelmässigkeiten ins Visier der Finanzkontrolle geraten sein. Die Kontrollbehörde verlangte dessen Versetzung.
 
Die Zeitungen 'Tages-Anzeiger' und 'Der Bund' zitierten am Montag aus Dokumenten der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK), die im Bundesarchiv zugänglich sind. In einem Brief vom April 1997, den die Blätter auszugsweise veröffentlichten, schreibt die EFK, dass zwei Mitarbeiter an Stellen versetzt werden sollten, an denen sie "weniger mit Ausgaben zu tun" hätten.
 
In den abgedruckten Auszügen beschwert sich die Finanzkontrolle beim Direktor des damaligen Biga - aus dem später das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) wurde - über die Einstellung der beiden Mitarbeiter in Sachen "Ausgabenpolitik". Zur Versetzung kam es indes aber nicht.
 
Bei einem der erwähnten Mitarbeiter handle es sich um den Mann, der im Zentrum der Ermittlungen um den angeblich überteuerten Einkauf von IT-Leistungen steht, schreiben die Zeitungen. Sie hatten Anfang Jahr den mutmasslichen Korruptionsfall aufgedeckt.
 
Zu den im Januar publik gewordenen Vorwürfen ermittelt die Bundesanwaltschaft, bei der das Seco eine Anzeige eingereicht hat. Im Visier stehen mindestens zwei IT-Firmen. Anfang Mai bestätigte die Bundesanwaltschaft, dass sich drei Personen in Untersuchungshaft befänden. (sda/mim)