Warum HP erneut Stellen streicht

CEO Meg Whitman sieht ihren Turnaround-Plan auf Kurs. Doch HP müsse noch viel effizienter werden - und schneller.
 
Was ist das für ein Unternehmen, das innerhalb von zwei Jahren den Abbau von bis zu 50'000 Arbeitsplätzen verkündet? Es ist HP, der traditionsreiche, in den letzten Jahren aber behäbig wirkende IT-Riese, der unter der Führung der ehemaligen eBay-Chefin Meg Whitman den wohl schwierigsten und langwierigsten Turnaround der IT-Geschichte unternimmt. Whitman und ihre Finanzchefin Cathie Lesjak erklärten, dass HP mit dem Abbau finanzielle Ressourcen freischaufeln könne, die in Forschung und Entwicklung investiert werden können. Lesjak erinnerte daran, dass man in praktisch allen Bereichen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöht habe. HP investiere in Cloud, Big Data, Security, aber auch in Technologien wie PageWide und 3D-Druck.
 
Doch für HP geht es bei der Restrukturierung nicht nur um Innovationen. Im Gespräch mit Analysten und Pressevertretern sagte Whitman mehrmals, HP müsse schneller werden: "Wir verbessern unsere Strukturen, Systeme und unsere Go-to-Market-Fähigkeiten von Quartal zu Quartal. Wir werden wendiger, kosteneffizient sowie kunden- und partnerorientierter, damit wir in einer sich schnell verändernden IT-Landschaft besser agieren können." Dennoch müsse HP effizienter werden, denn die Welt drehe sich immer schneller. HP spricht von einer Milliarde Dollar, die ab 2016 zusätzlich zur Verfügung stehen soll. Laut Whitman ist dies auch nötig, denn auf der Kostenseite gebe es noch viel Sparpotenzial. Ihr gehe es aber nicht primär ums Sparen. Die Geschäftstätigkeit müsse einfacher werden und es brauche schnellere Entscheidungswege, sagte die Konzernchefin.
 
Whitman betonte auch, dass der Turnaround nach Plan verlaufen. Man sei genau dort, wo man sich befinden wolle. Den Umsatz habe man in den letzten drei Quartalen stabilisiert. Sie sei heute sogar zuversichtlicher, was die Zukunft von HP betreffe. "Ich mag unsere Produkte-Roadmap, langjährige Mitarbeitende sagen, es sei das beste Produktportfolio seit einer Dekade." Was die Kunden von den neuerlichen Massnahmen halten, wird man freilich erst beim nächsten Quartalsabschluss erfahren. (mim)
 
(Interessenbindung: Hewlett-Packard ist ein wichtiger Werbekunde unseres Verlags.)