Unterschiedliche Sichtweisen beim Software-Kauf

Swissmade wird offensichtlich überschätzt, das war eines von mehreren überraschenden Resultaten einer gestern präsentierten Untersuchung zum Kaufverhalten bei Software. Unter dem Titel "Warum Anwender Ihre Software (nicht) kaufen" hatten Focus on future und die Topsoft in diesem Sommer 81 Software-Anwender und 81 -Anbieter zu ihrer Beschaffungspraxis befragt. Die Ausrichter von Business-Events (zu den Initiatoren gehört neben Damian Suter von der Agentur Captiva und Julius Thomann vom Thomann Consulting auch inside-channels.ch-Kolumnist Urs Prantl) und der Messeveranstalter haben bei der Auswahl der Befragten darauf geachtet, dass die reale Schweizer Unternehmensvielfalt gespiegelt wird. So dominierte die Umfrage das breite KMU-Umfeld von Kleinstfirmen mit bis zu fünf Angestellten bis hin zu den 250-köpfigen Unternehmen. Von den Konzernen kamen kaum 10 Prozent der Antworten.
 
Die Resultate der Studie zeigten dann bereits beim systematischen Vorgehen beim Software-Einkauf ein unterschiedliches Bild zwischen Anbietern und Anwendern. Während zwei Drittel der Anwender solch ein Vorgehen bevorzugen, ist es bei den Anbietern nur knapp Hälfte. Einig ist man sich aber, dass Software auf dem neusten Stand zu sein hat, viele Funktionen mitbringen soll, bewährte Programme ausweist und einfach einsetzbar ist.
 
Ein weiteres interessant Detail: "Swiss made" wird überschätzt und ist für beide Seiten nicht besonders wichtig: Ganz im Gegensatz zur Umsetzung und den Betrieb, wo beide Schweizer Partner bevorzugen. Unterschiede klaffen bei den Kenntnissen der Anforderung, die vor allem die Anwender ziemlich gut zu kennen vorgeben, während eine Mehrzahl der Anbieter eher im Dunkeln tappt. Auch in Sachen Information sind die Anwender den Anbietern laut der Studie einen Schritt voraus, legt hierauf doch nur der grösste Teil der Anwender gesteigerten Wert. Und selbst bei der Cloud-Nutzung von Software tun sich Unterschiede auf. Sie ist für fast ein Drittel der Anwender noch völlig unwichtig, während sie auf Anbieterseite für rund zwei Drittel der Befragten schon als mehr oder weniger bedeutsam eingestuft wird. Einigkeit herrscht dann wieder darin, dass vor Vertragsabschluss die Beratung kostenlos zu sein hat. Dagegen wir auf Anbieterseite der einem Entscheid vorangehenden Referenzbesuch offensichtlich ebenfalls unterschätzt. Während die meisten Anwender sie als wichtig und sehr wichtig einstufen, hält sie ein grosser Teil der Anbieter für weit weniger bedeutsam. (vri)