Geschafft: Informatik im Lehrplan 21

Erziehungsdirektoren verabschieden den Lehrplan 21. Erfolg für ICTswitzerland: "Echte" Informatik wird eine der zu vermittelnden Kompetenzen.
 
Die Konferenz der Erziehungsdirektoren der deutschsprachigen Schweiz hat den Lehrplan 21 zur Einführung freigegeben. Der Entscheid fiel mit 19 zu 0 Stimmen bei zwei Enthaltungen fast einstimmig aus. Nun muss jeder Kanton entscheiden, ob und wie der neue, schweizweit harmonisierte Lehrplan eingeführt wird.
 
Der Lehrplan 21 definiert Fachbereiche und Module. In den Modulen werden Aufgaben beschrieben, die nicht einem Fachbereich, wie zum Beispiel Sprachen oder Mathematik angehören. Neu gibt es das Modul Medien und Informatik. Darin geht es nicht - wie ursprünglich vorgesehen - um reine Anwendungskompetenzen, sondern um "richtige" Informatik. Die künftigen SchülerInnen der Grundstufen werden also lernen, wie Systeme aufgebaut sind und wie man sie programmiert. Der Lehrplan 21 definiert drei Kompetenzen, die die SchülerInnen der Zukunft erwerben sollen:
  • Sie können erstens Daten aus ihrer Umwelt darstellen, strukturieren und auswerten.
  • Zweitens können sie einfache Problemstellungen analysieren, mögliche Lösungsverfahren beschreiben und in Programmen umsetzen.
  • Und drittens verstehen sie Aufbau und Funktionsweise von informationsverarbeitenden Systemen und können Konzepte der sicheren Datenverarbeitung anwenden.
Erfolg für ICTswitzerland
Dass Informatik künftig (endlich) Teil der Grundausbildung sein wird, kann man durchaus als Erfolg für den IT-Dachverband ICTswitzerland werten. Dessen Kommission Bildung hat sich vehement dafür eingesetzt, dass Informatik nicht nur als reines Anwenderwissen fächerübergreifend vermittelt wird.
 
Man habe bewusst in einer ersten ausführlichen Stellungnahme hohe Forderungen gestellt, so Alain Gut, der die Kommission Bildung im Vorstand von ICTswitzerland vertritt, zu inside-it.ch.
 
"Nun sind pädagogischen Hochschulen gefragt"
Ob, wann und wie genau die Kantone den Lehrplan 21 umsetzen, ist ihnen überlassen. Gefordert seien nun vor allem auch die pädagogischen Hochschulen, so Gut. Denn bevor LehrerInnen die Kunst des Programmierens den Abc-Schützen näher bringen können, müssen sie sich selbst einarbeiten (können). Ausserdem müssen nun auch noch neue Lehrmittel erarbeitet werden. Es dürfte unter anderem von der Qualität und Attraktivität der Lehrmittel abhängen, wie gut die Informatik-Module bei den Schulen, LehrerInnen und natürlich auch SchülerInnen ankommen. Der Kommission Bildung bei ICTswitzerland, der ausgesprochen viele Fachleute angehören, wird die Arbeit auch nach der Verabschiedung des Lehrplan 21 also nicht ausgehen. (hc)