Rückschlag für Avaloq in Luxemburg

Luxemburger Bank zieht sich aus BPO-Plänen zurück. Avaloq will trotzdem ein BPO-Zentrum eröffnen.
 
Der erfolgsverwöhnte Zürcher Bankensoftware-Hersteller Avaloq hat in den letzten Monaten ein neues BPO-Zentrum nach dem anderen angekündigt. Im Sommer kündigte das Unternehmen ein Zentrum für Business Process Outsourcing in Luxemburg an. Der Plan war, dass die Banque Internationale à Luxembourg (BIL) die Avaloq-Software einführt und das BPO-Zentrum zusammen mit Avaloq betreibt.
 
Wie 'IBS Intelligence' nun aber berichtet, hat die BIL die Einführung der Avaloq Banking Suite gestoppt. Es sei bereits das zweite Mal, dass sich die Bank für Avaloq entschieden und anschliessend das Projekt abgebrochen habe. Die Luxemburger News-Seite 'Paperjam' hatte bereits Anfang Woche darüber berichtet.
 
Avaloq bestätigt auf Anfrage von inside-it.ch, dass man gemeinsam mit BIL entschieden habe, die Verhandlungen zu beenden. "Wir taten dies im guten gegenseitigen Einverständnis, da wir uns kommerziell nicht gefunden haben", heisst es in einem Statement. Avaloq werde seine BPO-Strategie weiter umsetzen. "Neben unseren erfolgreichen BPO-Zentren in der Schweiz (B-Source), Deutschland und Singapur werden wir auch ohne BIL ein BPO Center eröffnen", gibt sich Avaloq kämpferisch. Ausserdem sei auch in Grossbritannien ein BPO-Zentrum in Planung.
 
Das Projekt in Luxemburg wäre nicht klein gewesen: Rund ein Fünftel der Belegschaft der Bank - 400 Angestellte - hätte in die neue Jointventure-Gesellschaft versetzt werden sollen. Avaloq hätte 51 Prozent der Anteile kontrolliert, die BIL den Rest. Anders ist es beim Gemeinschaftsunternehmen Arizon von Avaloq und Raiffeisen. Da hält die Bank die Mehrheit. (mim)