Bund beschafft Microsoft-Support freihändig

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) hat heute einen Zuschlag an Microsoft Schweiz in der Höhe von über 9 Millionen Franken (mit MWSt.) publiziert. Ausgeschrieben hat das BIT die Beschaffung nicht; Microsoft erhielt den Auftrag freihändig. Es geht dabei um den Premier-Support für die Jahre 2015 bis maximal 2019.
 
Als Begründung für die freihändige Vergabe stützt sich der Bund auf den entsprechenden Artikel in der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB). Darin heisst es, dass aufgrund der technischen oder künstlerischen Besonderheiten des Auftrages oder aus Gründen des Schutzes geistigen Eigentums nur ein Anbieter in Frage kommt, und es gibt keine angemessene Alternative.
 
Microsoft-Kritiker dürften einwenden, es gebe sehr wohl eine Alternative zu Microsoft. Im vorliegenden Fall geht es allerdings nicht um die Software, sondern "nur" um den Support. Selbst Microsoft-Businesspartner haben keinen Zugriff auf die entsprechenden Entwicklungstools (Knowledge Base). Dieser Zugriff ist allein den Dedicated System Engineers von Microsoft vorbehalten. Dieser Zugriff ist Voraussetzung für den Support in den Grossprojekten der Bundesverwaltung, erklärt der Bund auf Anfrage.
 
Doch auch was die Software selbst betrifft, ist Microsoft im Bund gesetzt: Es gibt einen standardisierten Arbeitsplatz basierend auf Microsoft-Lösungen. Weil viele Umsysteme daran gekoppelt sind, dürfte sich in naher Zukunft kaum etwas daran ändern. (mim)