Avaloq-Probleme bei Julius Bär in Deutschland

Die Privatbank Julius Bär habe in Deutschland im Geschäftsjahr 2014 einen Verlust von 12 Millionen Euro ausgewiesen. Das schreibt die 'Handelszeitung', der der bisher unveröffentlichte Geschäftsbericht vorliegen soll. Zwar schreibe das deutsche Private-Banking seit dem Herbst operativ schwarze Zahlen, sei allerdings "durch Integrations- und Investitionskosten für das EU-Geschäft sowie Probleme mit der neuen Kernbankensoftware des Informatikkonzerns Avaloq" belastet worden. Aufgrund technischer Probleme wurde die Migration auf Avaloq um ein Jahr auf Ende 2015 verschoben, sagte dazu ein Sprecher der Bank. Man habe in der deutschen Filiale Schnittstellen und Prozesse anpassen sowie weitere Tests durchführen müssen, was Mehrkosten in Millionenhöhe nach sich gezogen hätte.

Derzeit setzen neben Julius Bär auch Vontobel sowie drei weitere deutsche Banken eine neue, integrierte Lösung von Avaloq um, heisst es in dem Bericht. Der Bankensoftware-Hersteller habe erklärt, dass die parallele Migration von fünf Banken an verschiedenen Lokationen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Softwarelösungen von einer veralteten Lösung auf eine gemeinsame, moderne und skalierbare Avaloq Plattform, in der Tat sehr komplex sei. Avaloq werde aber einmal mehr beweisen, der richtige Partner für solche Grossprojekte zu sein. (vri)