EDÖB nimmt Windows 10 unter die Lupe

Windows 10 ist der Piratenpartei ein Dorn im Auge. Denn, wie aus verschiedenen Medienberichten hervorgeht, "telefoniert" Windows 10 zu häufig nach Hause. Offenbar werden gerade im Zusammenhang mit der virtuellen Assistentin Cortana Daten in Form von Audioaufzeichnungen sowie Standortdaten an Microsoft übermittelt. Inzwischen gibt es eine Reihe von Beiträgen, etwa von 'TechRepublic', die beschreiben, wie verschiedene Dienste deaktiviert werden können. So kann vermieden werden, dass gewisse persönliche Daten an Microsoft übertragen werden.
 
Vergangene Woche richtete sich aus diesem Grund die Piratenpartei in einem Brief, der auch der Redaktion vorliegt, an den Eidgenössischen Datenschützer, Hanspeter Thür, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtete. Darin ersuchen die Piraten den Datenschützer unter anderem abzuklären, welche Personendaten von Windows 10 wann, an wen und wohin übermittelt werden und auch wo und wie lange diese gespeichert werden. Ebenfalls gelte es zu klären, ob Persönlichkeitsprofile von Benutzern und auch von Dritten erstellt, übermittelt und gespeichert werden.
 
Ein Ziel der Forderung sei es, ein Bewusstsein für den Wert der persönlichen Daten in der Bevölkerung zu schaffen, schreibt die Partei auf Anfrage von inside-it.ch. Ausserdem sieht die Partei grosses Missbrauchspotential, insbesondere auch, weil ohne das Bewusstsein des Nutzers eine grosse Menge an persönlicher Daten gesammelt und ausgewertet werden, erklärt Co-Präsident der Piratenpartei Schweiz, Stefan Thöni.
 
EDÖB in Kontakt mit Microsoft
Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) kläre derzeit ab, inwiefern die Datenbearbeitungen bei Windows 10 mit dem Datenschutzgesetz vereinbar sind. Diese Prüfung habe bereits vor der Forderung der Piratenpartei begonnen, schreibt der Informationsbeauftragte des EDÖBs, Francis Meier, auf Anfrage der Redaktion. In diesem Zusammenhang stehe der EDÖB auch in Kontakt mit Microsoft.
 
Die Fragen, die der Datenschützer aktuell klärt, betreffen vor allem die Transparenz der Datenbearbeitung und die Einwilligung der Kunden. Wichtig sei zum einen, dass für die Nutzer ersichtlich ist, welche Daten zu welchem Zweck bearbeitet werden. Zum anderen müsse Microsoft ihrem Recht auf informationelle Selbstbestimmung genügend Rechnung tragen.
 
Auf unsere Frage ob der Einsatz von Windows 10 für die öffentliche Verwaltung oder Behörden bedenklich sei, schreibt der EDÖB sibyllinisch: jeglicher Einsatz von Software sei nur möglich, wenn "gewährleistet ist, dass keine unbefugten Bearbeitungen und Zugriffe auf behördliche Datensammlungen erfolgen". (kjo)