Hacker plündern die Konten von mehr als 225'000 Apple-Nutzern

Unbekannte haben weltweit mehr als 225'000 Apple-Smartphones und -Tablets gehackt und die Anmeldedaten der Nutzerkonten gestohlen. Die Täter sind laut der Sicherheitsfirma Palo Alto Networks an Konten aus bis zu 18 Ländern gelangt, darunter die USA, Deutschland, Frankreich, Italien, Russland und China. In letzterem Land verortet Palo Alto Networks auch die verantwortlichen Hacker. Die Schweiz ist offenbar nicht betroffen.
 
Der Hack richtete sich gezielt gegen iPhones und iPads, die jailbraked sind. Ein Jailbreak ("Gefängnisausbruch") modifiziert die vorinstallierte Software und hebt vom Hersteller vorgesehene Einschränkungen auf. So können zum Beispiel Ländersperren umgangen werden oder Apps von externen Websites installiert werden, die Apple nicht abgesegnet hat.
 
Geräte ohne einen Jailbreak sind nicht betroffen. Umso happiger ist es für die Besitzer der gehackten Geräte gekommen: Laut Palo Alto Networks liest die den Nutzern untergejubelte App mit, wenn sich jemand bei iTunes oder im App Store anmeldet. Die so gestohlenen Logins haben die Hacker auf dem Schwarzmarkt angeboten. Folge war, dass mindestens 20'000 Personen mit den gestohlenen Nutzerkonten auf Einkaufstour gegangen sein sollen. So hätten sich bereits im Juli in China iPhone-Besitzer gemeldet, deren Zugangsdaten von Fremden für Einkäufe missbraucht worden seien.

Apple dürfte den Hack als bittersüss empfinden. Süss, weil der Konzern schon seit Jahren vor grossen Sicherheitslecks warnt, die aufbrechen, wenn seine Geräte einem Jailbreak unterzogen werden. Bitter, weil kein Konzern gerne in der Zeitung liest, dass in eines seiner Produkte eingebrochen wurde. Erst recht jetzt, denn schon nächste Woche soll der Öffentlichkeit angeblich ein neues iPhone-Modell vorgestellt werden. (sda/mik)