Google bringt Medien-Plattform

Mit Google bietet nach Facebook und Apple der nächste Onlineriese eine Plattform für die Inhalte von Medienfirmen an. Der Internetkonzern verspricht einen offenen Ansatz, bei dem die Medienunternehmen die Kontrolle behalten sollen.
 
Google will Medienfirmen mit dem "AMP Project" eine technische Plattform bieten, die insbesondere Multimediainhalte auf Mobilgeräten besser anzeigt. Der Konzern stellte gestern das Projekt vor, mit dem zum Beispiel Bildergalerien, Videos oder Grafiken schneller geladen werden sollen. Die Inhalte sollen weiterhin bei den Medienanbietern lagern, aber über eine effiziente Zwischenspeicher-Technologie flüssiger auf den Engeräten der Nutzer angezeigt werden. Bei Werbung will Google verschiedene Formate, Anzeigen-Netzwerke und Technologien unterstützen. Das Unternehmen setzt dabei auf eine offene Plattform: Der Softwarecode für die "Accelerated Mobile Pages" (AMP) wird frei verfügbar sein.
 
Auch Abo-Modelle und Bezahlschranken sollen eingebunden werden können. Das Geschäftsmodell hinter dem Angebot soll noch entwickelt werden. Google will im Rahmen des Projektes aber keinen Anteil an Werbeeinnahmen. Zu den Medienpartnern gehören unter anderem 'Zeit Online', 'BBC', 'Financial Times', das 'Wall Street Journal' sowie die 'Washington Post' und die 'New York Times'. Teilnehmer des Projekts bekommen keinen Vorteil in der Anzeige von Suchergebnissen, kürzere Ladezeiten könnten sich allerdings in dem Algorithmus niederschlagen.
 
Google bringt nicht als erste IT-Unternehmen eine solche Plattform für Medienunternehmen. So wirbt auch Facebook um ihre Gunst. Das Onlinenetzwerk startete im Frühjahr das Angebot "Instant Articles". Die Inhalte werden dabei direkt bei Facebook gespeichert und müssen nicht wie bisher über einen Link von der Medien-Website geladen werden, was ebenfalls die Ladezeiten auf mobilen Geräten verringern soll. Apple startete in den USA die App "News" für Medieninhalte, in der es ebenfalls Werbung gibt. Auch der Fotodienst Snapchat versucht, den Medienfirmen eine Plattform zu bieten. (sda/kjo)