Parlament will Stadt Bern zum Open-Source-Glück zwingen

Mit dem Projekt Client Migration Bern (CLIMB) werden rund 2000 Computer der Berner Stadtverwaltung in den kommenden Jahren ersetzt. Den Kredit dazu in Höhe von 6,4 Millionen Franken hat der Gemeinderat im Sommer beim Stadtrat beantragt. Ob die Arbeitsplätze künftig wieder mit Microsoft ausgestattet werden, gibt schon länger zu diskutieren. Unter anderem setzt sich EVP-Stadtrat Matthias Stürmer für den vermehrten Einsatz von Open-Source-Software ein.
 
Nach langer Debatte an einer gestrigen Sitzung des Berner Stadtparlaments stimmte der Rat zum Schluss zwei IT-Geschäften zu. So genehmigte er den 6,4-Millionen schweren Investitions- und Verpflichtungskredit für die Erneuerung der Bürokommunikationsplattform in der Stadtverwaltung. Damit sollen ab Ende 2017 die dann fünf- bis sechsjährigen Arbeitsgeräte ersetzt werden. Gleichzeitig stimmte er einem Verpflichtungskredit von 2,4 Millionen Franken für die Weiterführung der bestehenden Verträge mit Microsoft für die nächsten drei Jahre zu.
 
Gemeinderat will offene Ausschreibungen erzwingen
In der Sitzung zeigte sich der Stadtrat unzufrieden mit dem Vorgehen des Gemeinderats. Seit Jahren dränge er auf eine Ablösungsstrategie und den vermehrten Einsatz von Open-Source-Software, stellten mehrere Sprecher fest.
 
So wurde ein fraktionsübergreifender Zusatzantrag angenommen, der vom Gemeinderat eine Ablösungsstrategie verlangt. Dieser umfasst Anpassungen im Projekt CLIMB. Bis Ende 2017 muss er dem Stadtrat detailliert darlegen, wie er bestehende Abhängigkeiten verringern will. Konkret geht es dabei um Microsoft- und Citrix-Produkte. Ausserdem dürfen die 2018 auslaufenden Verträge für Microsoft-Produkte nicht automatisch verlängert werden. Die benötigten Funktionen müssen per 2019 offen und produkteneutral ausgeschrieben werden, so eine Mitteilung der User Group /ch/open. Dem Zusatzantrag wurde mit 53 zu 11 Stimmen, bei drei Enthaltungen, zugestimmt. Zudem müssen für die anstehenden Hardware-Beschaffungen im Rahmen von CLIMB Geräte angeschafft werden, die auch ohne Microsoft- und andere proprietäre Produkte genutzt werden können. (sda/kjo)