Raiffeisen kauft sich bei Avaloq ein

Avaloq-CEO Francisco Fernandez.
Frisches Kapital für den Bankensoftwarehersteller: Raiffeisen erwirbt zehn Prozent der Avaloq-Aktien.
 
Der Bankensoftwarehersteller Avaloq verkauft zehn Prozent der Aktien aus dem Eigenbestand an Raiffeisen. Avaloq könne dadurch das "Wachstum weiter forcieren und die Agilität beibehalten", wird CEO Francisco Fernandez in einer Mitteilung der Unternehmen zitiert. Die beiden Konzerne arbeiten bereits seit längerem zusammen und dieses Jahr ging das gemeinsame IT-Tochterunternehmen Arizon an den Start.
 
Kapital für Wachstum
Avaloq war bislang im Besitz von Mitarbeitenden und Management. Mit dem Verkauf der Anteile wolle man die Kapitalbasis stärken und so die Voraussetzungen für "eine beschleunigte Umsetzung der Strategie" schaffen, schreiben die Unternehmen weiter.
 
Dies beinhaltet der Mitteilung zufolge "zwei anstehende Opportunitäten", die jedoch nicht genauer erklärt werden. Bereits im Oktober hatte Avaloq-Gründer und -CEO Francisco Fernandez einen "grossen Schweizer Kunden" angekündigt.
 
Die Raiffeisen Gruppe bezeichnet den Kauf der Avaloq-Anteile als "attraktive strategische Beteiligung", wie Patrik Gisel, CEO Raiffeisen Schweiz, zitiert wird. Einen Kaufpreis nennen die beiden Unternehmen nicht. Branchenkenner schätzen den Wert der Transaktion auf rund 200 bis 300 Millionen Franken, wie 'Finews.ch' schreibt.
 
Verzögerungen
Avaloq hatte in den vergangenen Monaten auch schlechte Presse. Unter anderem gab es Berichte von Entlassungen und Probleme bei diversen Projekten. Etwa verzögerte sich der Aufbau der zwei BPO-Center in Singapur und in Deutschland.
 
Gerüchte über Börsengang
Immer wieder tauchten Gerüchte über einen möglichen Börsengang von Avaloq auf. In einem Interview mit 'Finews.ch' vergangenen Monat sagte Fernandez, der Softwarehersteller habe bislang keine Probleme, das Wachstum zu finanzieren. Ein Börsengang, sei immer eine von mehreren Optionen gewesen. Diese Gerüchte dürften mit dem frischen Kapital vorerst verstummen. (kjo)