Google schnüffelt Schüler aus

Mit der rasanten Ausbreitung seiner billigen Chromebooks in Schulen und Universitäten hat sich Google inzwischen heftige Kritik eingehandelt. Seit 2012 haben sich in den schulischen Einrichtungen der USA die Marktanteile für die schon unter 300 Dollar verfügbaren Rechner, für die Google übers Netz den Support liefert, auf mehr 50 Prozent erhöht, schreibt die Washington Post.
 
Am Pranger steht Google, weil es seinen Vormarsch genutzt habe, persönliche Daten von Schülern und Studenten abzuspeichern, wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) in ihrer bei der US-Handelskommission FTC eingereichten Beschwerde festhält. In der Schweiz sind solche Diskussionen wohlbekannt. Nur stand hier zum Beispiel Microsoft wegen Sicherheitsbedenken in der Kritik, weil es seine Cloud-Dienste im grossen Stil an die Schulen gebracht hat. Und zuletzt rüffelten Datenschützer Zürcher Schulen, weil viele ihrer Webseiten Sicherheitsmängel aufweisen.
 
Die EFF war auf Googles Schnüffelei in einer "Spying on Students" genannten Aktion aufmerksam geworden, in der Datenschutzrisiken von Schul-Elektronik und -Software auf den Prüfstand kamen. Dabei hatte sich gezeigt, dass sowohl Chromebooks als auch Google Apps for Education (GAFE) standardmässig Sync-Funktion aktiviert haben. So lassen sich aufgerufene Suchbegriffe, Internetseiten, Youtube-Videos und Passwörter speichern und die Aktivitäten von Schülern auch dann weiterfolgen, wenn sie sich via Chrome-Browser auf anderen Rechnern oder Smartphone einloggen. Zwar hat angekündigt, die Standardeinstellungen zu ändern. Doch damit will sich die EFF nicht zufrieden geben. So bleibt vorerst nur abzuwarten, ob es den EFF-Aktivisten gelingt, einen stärkeren Schutz der Privatsphäre von Schülern und Studenten zu erreichen. (vri)