Gehört deine E-Mail-Adresse noch dir?

In diesem Jahr will das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam 35 Millionen gestohlene Identitätsdaten aufgespürt haben. Laut einer Mitteilung stammten diese Daten aus Quellen, in denen sie Cyberkriminelle veröffentlichen und für mögliche illegale Handlungen verfügbar machen. Am HPI steht für die Analyse ein sogenannter "Identity Leak Checker" für jedermann zur Verfügung. Wer für eine Überprüfung seine Mail-Adresse preisgeben will, erhalte hier Auskunft darüber, ob seine persönlichen Identitätsdaten betroffen sind, heisst es beim HPI. Dabei erhalte man aus Sicherheitsgründen zwar nicht die Daten selbst, bekomme aber für jede betroffene Information die Kategorie und ein ungefähres Veröffentlichungsdatum.
 
Man könne solche Abgleiche inzwischen mit mehr als 215 Millionen erfasster Daten aus so genannten Identity Leaks durchführen, wird beim HPI betont. Damit sei in einem Jahr die Datenbasis um rund 20 Prozent gewachsen. Die neu erfassten Daten stammen aus 15 Quellen zu denen beispielsweise Dating-Portale wie Ashley Madison oder Adult Friend Finder gehören, sowie Skype, Twitter und Minecraft, heisst es weiter. Aber auch Leaks aus Quellen wie Lizard Stresser, Sprashivai oder Impact Mailorder hätten unberechtigt Identitätsinformationen zur Verfügung gestellt. Insgesamt habe man seit dem Start des Service im Mai 2014 rund 1,7 Millionen Besucher registriert, von denen 160'000 eine Warnmeldungen wegen unrechtmässig veröffentlichter Identitätsdaten erhalten hätten.
 
Laut HPI-Statistik sind beim Klau von Identitätsdaten nach wie vor Passwörter am einfachsten zu erlangen. Denn weltweit würden dafür noch immer Zahlenreihen oder Zeichenfolgen auf der Tastatur genutzt, obwohl die "als erstes und blitzschnell" auch von den Krimineller ermittelt werden können. (vri)