Globale IPv6-Verbreitung erreicht 10-Prozent-Schwelle

(Grafik: Google)
Das "neue" Internet-Protokoll IPv6 hat auch schon ein gesegnetes Alter. Vor fast genau 20 Jahren, im Dezember 1996, wurde die erste Spezifikation veröffentlicht, 1998 wurde es standardisiert. Trotzdem ist der weltweite Anteil der User, die tatsächlich über IPv6 Webseiten abrufen können, erst in den letzten drei bis vier Jahren bedeutsam gestiegen.
 
Wie eine von Google kontinuierlich geführte Statistik zeigt, ist der Anteil der Geräte, die via IPv6 auf Google zugreifen können, in den letzten drei Jahren annähernd exponentiell gewachsen. Anfang 2013 wurde die Ein-Prozent-Schwelle erreicht, Anfang 2014 waren es rund 2,8 Prozent, Anfang 2015 gegen 6 Prozent und Anfang dieses Jahres rund 10 Prozent - die 10-Prozent-Schwelle wurde in der Google-Statistik am 31. Dezember erstmals erreicht und Tag darauf erstmals überschritten.
 
Der Anteil der IPv6-Konnektivität ist weltweit höchst unterschiedlich. Die Schweiz liegt in der Google-Statistik mit fast 30 Prozent weit vorne, nur in Belgien ist der Anteil mit 43 Prozent noch höher. In vielen Ländern Afrikas, aber beispielsweise auch in Spaniern und Italien oder Dänemark, ist der Anteil dagegen bei fast Null..
 
Ein interessantes Detail: Der Anteil der IPv6-fähigen Google-User ist weltweit an Wochenenden und Feiertertagen jeweils deutlich höher, als unter der Woche. Die User scheinen also von zu Hause aus eher über IPv6 zugreifen zu können, als vom Arbeitsplatz aus.
 
Eigentlich unterstützt heutzutage beinahe jedes verkaufte Gerät oder Betriebssystem IPv6. Wie Ars Technica erklärt, muss aber jede einzelne Komponente zwischen einem Webserver und einem Enduser - Firewalls, Router, Load-Balancer und Applikationen - dies auch können, damit der Zugriff funktioniert. So gesehen seien die weltweit mittlerweile 10 Prozent gar kein schlechtes Resultat. (hjm)