SIX strebt höhere Erträge mit Paymit an

SIX verdient bisher wenig mit ihrer Bezahl-App Paymit. Wenn es nach SIX-Chef Urs Rüegsegger geht, soll das aber nicht so bleiben: "Wenn Sie mit einem Zahlungsmittel nicht Geld generieren können, ist das erfahrungsgemäss keine gute Lösung."

Paymit trage ertragsmässig noch wenig zum SIX-Geschäft bei, sagt Rüegsegger in einem Interview mit "Finanz und Wirtschaft"(kostenpflichtig).
 
Über die Konkurrenz der Postfinance-Bezahl-App Twint habe er keine Freude, sagt der SIX-Chef weiter. Neben der Hoffnung auf einen nationalen Standard sind auch die Preise ein Grund dafür. "Das hat natürlich auch damit zu tun, dass Twint ein sehr tiefes Preisniveau angeschlagen hat."

"Ein Zahlungsmittel hat nur eine Chance, wenn alle Beteiligten einen fairen Anteil erhalten", sagt Rüegsegger. So haben beispielsweise die fehlenden Transaktionsgebühren bei Maestrocard laut Rüegsegger zur Folge, dass nicht mehr investiert wird.

"Ziel ist ein nutzenabhängiger Ertragsstrom"
Derzeit verdiene SIX mit Paymit nur Geld mit den Lizenzen, die sie den Banken zur Verfügung stelle. Rüegsegger lässt aber durchblicken, dass er gerne auch über Transaktionen verdienen würde: "Das Ziel ist, einen nutzenabhängigen Ertragsstrom zu schaffen."

Ob dereinst die Nutzer für Paymit zahlen müssen, entscheiden aber die Banken. Grundsätzlich legten diese die Preise fest, sagt der SIX-Chef. Wie die Preislandschaft letztlich aussehen werde, entscheide sich erst, wenn Paymit auch im Handel verfügbar sei.

Mit Paymit, die von SIX, mehreren Banken und Swisscom betrieben wird, lassen sich bislang lediglich Geldbeträge zwischen Privatpersonen per Smartphone überweisen und anfordern. Eine Funktion zum Bezahlen an der Ladenkasse kennt die App im Gegensatz zu Konkurrent Twint noch nicht. Für die Nutzung der Twint-App fallen Händlergebühren zwischen zwei und 20 Rappen pro Transaktion an.

Konkurrieren müssen Paymit und Twint auch mit Bezahlsystemen von Startup-Unternehmen wie den Schweizer Anbietern Mobino oder Muume sowie längerfristig mit internationalen Systemen wie zum Beispiel ApplePay, das hierzulande zwar bereits funktioniert, für Schweizer Nutzer aber noch nicht freigegeben ist. (sda/mik)