Der erste "WiGig"-Router kommt

Wlan mit bis zu 4,6 Gigabit pro Sekunde - aber nur über kurze Distanzen.
 
Als nach eigenen Angaben erster Hersteller der Welt will TP-Link in diesem Frühling einen Hochleistungs-WiFi-Router auf den Markt bringen, der WiGig beherrscht, und damit Daten mit mehreren Gigabit bandbreite übertragen kann. WiGig hat allerdings nur eine sehr beschränkte Reichweite. Das mit seinen acht herunterklappbaren Antennen auch ziemlich speziell designte Gerät unterstützt daneben aber auch die üblichen Wlan-Protokolle auf den 5- und 2,4GHz-Frequenzbändern, von 802.11ac bis zu a, b, g und n. Damit kann er als vollwertiger WiFi-Router mit der üblichen Reichweite genützt werden. Das Prinzip: Der Router wählt, je nachdem, wo sich der User befindet und was sein Endgerät beherrscht, das jeweils schnellstmögliche Protokoll. TP-Link gibt via WiGig eine mögliche Bandbreite von bis zu 4600 Mbps an, über das 5GHz-Band bis zu 1733 Mbps und über das 2,4GHz-Band bis zu 800 Mbps.
 
Der "Talon 7200" soll in den USA in diesem Frühling auf den Markt kommen. Für andere Länder wurden noch keine Erscheinungstermine genannt. Auch einen vorgesehenen Preis nannte TP-Link noch nicht. 'Ars Technica' schätzt, dass er wohl nicht unter 300 Franken seileigen wird.
 
Bricht mit einem neuen 802.11-Standard - 802.11ad beziehungsweise "WiGig" - wieder einmal ein neues Wlan-Zeitalter mit deutlich höreren Bandbreiten an? Die Antwort ist wohl "Jein". WiGig ermöglicht zwar deutlich höhere Geschwindigkeiten, als bisherige Wlan-Technologien, theoretisch bis zu 7 Gigabit pro Sekunde. Dafür werden allerdings elektromagnetische Frequenzen im 60GHz-Bereich genützt. Dies bedeutet, dass WiGig deutlich andere Eigenschaften hat, als man sie von Wlan gewohnt ist: Der Empfang funktioniert nur über kurze Distanzen - 'Ars Technica' spricht von einigen Metern - und das Signal kann keine Wände durchdringen.
 
Das dürfte auch der Grund sein, dass der bereits im Dezember 2009 erstmals publizierte Standard bisher nur von wenigen Herstellern aufgegriffen wurde. Nun glauben aber einige Hersteller, dass eine Nachfrage da sein könnte, und haben an der diesjährigen CES in Las Vegas entsprechende Ankündigungen gemacht. Die neuen X1-Notebook-Modelle von Lenovo können über WiGig kommunizeren, und auch Acer will bald Notebooks auf den Markt bringen, die dies ebenfalls können. Auch wenn es nur in einem Raum funktioniert, so die Idee, werden heutzutage einige User die Möglichkeit schätzen, Geräte ohne LAN-Kabel mit sehr hoher Bandbreite zu verbinden, zum Beispiel um schnell grosse Files hin- und her zu kopieren oder HD-Filme aus dem Internet anzuschauen.
 
Zentral für User ist aber, dass auch enstprechende Router, wie eben der von TP-Link, existieren. (hjm)