Was die Städte-CIOs bewegt

Vergangenes Jahr haben sich die Städte-CIOs in Zürich getroffen, dieses Jahr pilgern sie in die Toskana. Die Jahreskonferenz der Organisation der Informatik-Chefs europäischer Städte, "Major Cities of Europe", findet vom 30. Mai bis 1. Juni 2016 in Florenz statt. Unter dem Motto "Renaissance der Stadt im digitalen Zeitalter" besprechen Vertreter der Städte sowie Teilnehmende aus Forschung und Wirtschaft die jüngsten Entwicklungen und stellen ihre Pilotprojekte vor. Zu den Themen gehören IoT, E-Government, Sicherheit, smarte Bildung oder E-Health.
 
Eines der Pilotprojekte ist CLIPS, das über 30 Monate hinweg in Bremerhaven, Lecce, Novi Sad und Santander durchgeführt wird. Ziel von CLIPS ist es, einen neuen Ansatz einzuführen, wie öffentliche Verwaltungen ihre Dienste über die Cloud zur Verfügung stellen können. Dazu gehört es auch Rahmenbedingungen zu schaffen, um bisherige Stolpersteine und Bedenken rund um Sicherheit, Design sowie Interoperabilität und Architektur der Cloudplattform aus dem Weg zu räumen. CLIPS läuft seit rund einem Jahr in den Städten und erste Services (Zu- oder Umzug melden, Anmeldung im Kindergarten oder Steuerrechnung einsehen) können über die Cloud bezogen werden.
 
Infrastruktur und Sicherheit
Ein weiteres Projekt ist City.Risks. Neue Technologien, die Infrastruktur der Stadt, das Internet und soziale Medien sollen in diesem Projekt zusammen verwendet werden, um die Sicherheit in einer Stadt zu erhöhen. Zum Projekt, an dem Rom, Sofia und London teilnehmen, gehört etwa das Design und die Entwicklung einer modular aufgebauten Plattform. Auf dieser sollen sämtliche Themen rund um Kriminalität enthalten sein. Von Tipps für Touristen über historische Daten hin zu aktuellen und akuten Gefahren. Ein weiteres Element von City.Risk ist ein Ökosystem von mobilen Services. Dazu gehört zum Beispiel ein Warnsystem für die Bewohner, die Möglichkeit Informationen mit anderen Bürgern zu teilen - etwa im Fall eines Diebstahls - oder die Option mit den Behörden zu kommunizieren.
 
Das Projekt UrbanData2Decide (UD2D) wiederum kann als Big-Data-Analyse von Städten verstanden werden. Informationen aus sozialen Medien und Open-Data-Katalogen sollen helfen, besser auf die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner einzugehen. Die Ergebnisse könnten zudem als Entscheidungshilfe in der Politik oder als Grundlage für die Städteplanung dienen, sei es für den öffentlichen Verkehr, beim Wohnungsbau oder für Themen rund um Sicherheit und Kriminalität.
 
Ebenfalls auf den Informationen von sozialen Medien aufgebaut ist das Projekt FUPOL. Im Internet publizierte Meinungen und Analysen werden gesammelt und interpretiert. Dies soll Entscheidungsträgern besseren Einblick in die Stimmung der Bevölkerung geben und zudem bei der Ausgestaltung von Gesetzen oder Regeln helfen. (kjo)