Solida: Kleiner Versicherer, komplexe Software-Migration.

Seit zwei Monaten arbeitet auch der Solothurner Versicherer Solida auf der Swiss Health Platform (SHP). Es sei darum gegangen die in die Jahre gekommenen drei parallel laufenden Altsysteme zu erneuern und auf der SHP zu vereinen, teilte soeben der IT-Dienstleister Centris mit. Nach dem kürzlich abgeschlossenen Grossprojekt mit der Concordia sei die Migration des relativ kleinen Unfallversicherers mit seinem Prämienvolumen von rund 90 Millionen Franken gleichwohl komplex gewesen, heisst es weiter. Auslöser dafür sei das spezielle Geschäftsmodell der Solida, das "eine Vielzahl von Erweiterungen und Anpassungen" erfordert habe.

Der Wechsel auf die SHP sei am 30. Oktober 2015 seit trotzdem nach einem nur zweitägigen Betriebsunterbruch reibungslos über die Bühne gegangen. Sowohl am Hauptsitz Zürich als auch in der Filiale in Lausanne laufe die Plattform seither stabil. Deren Kern bildet bekanntlich die Standardsoftware Syrius der St. Galler Softwareschmiede Adcubum. Konkrete Kosten des Projektes wurden nicht genannt.
 
Anspruchsvoll sei das Projekt deshalb gewesen, weil Solida neben dem obligatorischen Unfallversicherungsgeschäft (UVG) für Geschäftskunden eine private Unfallversicherung (VVG) mit den Kapitalleistungen Tod und Invalidität (UTI) betreibe, die auch anderen Krankenversicherungen zur Verfügung steht. So arbeite ein kleines Team von nur 26 Mitarbeitern ohne eigenen Aussendienst mit diversen Versicherungspartnern zusammen.
 
Die Schnittstellen für die Übermittlung und medienbruchfreie Erfassung zu diesen unterschiedlichen Partner sei denn auch eines der Probleme gewesen, sagte Solida-Direktor Stefan Kindler zu inside-it.ch. Ausserdem habe man vor zwei Jahren Portfolios von zwei anderen Versicherungen übernommen, deren Systeme zunächst auf Iris, die Syrius-Vorgängerversion migriert wurden, bevor man sie jetzt aktualisiert habe. Zudem positioniere sich Solida als hochspezialisierter Nischenanbieter von ausgewählten Unfallversicherungen und habe dazu Prozesse und Produkte im Einsatz, die bislang von der SHP nicht abgebildet wurden. So seien etwa Angaben über langjährige Renten und Deckungskapitalien migriert und "unterjährige Vertragserneuerung" neu in Sysius entwickelt worden, wie Kindler ausführte. (vri)