Kapo Basel eifert den Zürchern nach

"Kapo2016" heisst das Projekt, mit dem die Kantonspolizei (Kapo) Basel-Stadt seine ICT-Infrastruktur auf den neusten Stand bringen will. Der Regierungsrat will dafür knapp 10,2 Millionen Franken investieren. Ziel sei es, bei der Kapo eine "deutliche Effizienzsteigerung und mehr Strassenpräsenz durch neue Prozesse und mobile Kommunikationsmittel" zu erreichen, heisst es in einer Mitteilung.
 
Wenn alles nach Plan läuft, lesen wir in einer heute veröffentlichten Präsentation, werde Ende 2016 ein Beschluss des Grossen Rates vorliegen und die Ausschreibung beginnen. 2017 soll dann mit der Umsetzung begonnen werden, um "Kapo2016" dann nach drei Jahren 2019 abzuschliessen.
 
Auslöser des Projektes ist, dass zuletzt für das Korps 45 neue Stellen geschaffen, neue Uniformen bereitgestellt und eine zeitgemässe Ausrüstung unter anderem bei den Fahrzeugen und Einsatzmittel geschaffen wurde. Jetzt soll auch die ICT erneuert werden. Mit den Geldern sollen unter anderem die bestehenden Prozesse modernisiert werden. Denn "viele Medienbrüche, mehrfache oft handschriftliche Aufzeichnungen, umständliches Abrufen von Daten an der Front und ein zu wenig aktuelles Lagebild im Einsatz erschweren die heutige Polizeiarbeit" der Kapo, heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem könnten Bürger noch nicht mit der Kapo elektronisch kommunizieren. Unter anderem wird hier die Einführung der Software Suisse ePolice genannt, über die man Bagatell-Anzeigen erstatten kann.
 
Weiter will die Kapo mit dem Projekt den Aufwand der Beamten für Schreibarbeiten um 50 Prozent reduzieren. Bisherige Mehrfacherfassungen sollen sich durch mobile Endgeräte und durchgängige Applikation vermieden werden. Dafür sollen in den kommenden drei Jahren 970 Smartphones und 370 Tablets angeschafft und auf Fahrzeuge, Fusspatrouillen und die Führungskräfte der Kapo verteilt werden. Geplant sind zudem acht Apps zur Verbesserung der Polizeiarbeit.
 
Datenabfragen vor Ort sollen dereinst ohne Rücksprache mit der Zentrale möglich sein. Bis zu 40 Polizisten würden aufgrund dieser Optimierungen frei für ihre Kernaufgaben. Zudem sollen die Daten so ausgewertet werden können, dass die Kapo der Stadt Basel künftig über ein "hochaktuelles Lagebild als Führungsinstrument" verfügt.
 
Andere Kantone, zum Beispiel die Kantons- oder die Stadtpolizei Zürich, haben solche Projekte vor Jahren angestossen oder bereits umgesetzt. (sda / vri)