Swisscom testet Festnetz-Mobilfunk-Zwitter

"DSL+LTE Bonding" soll magere Festnetzanschlüsse durch zusätzliche Mobilfunkbandbreite aufmöbeln.
 
Ende dieses Jahr will Swisscom mit der flächendeckenden Einführung von "G.fast" beginnen. Diese Technologie soll die mögliche Bandbreite für Privathaushalte und Unternehmen, die noch nicht mit Glasfasern erschlossen sind, deutlich erhöhen. Nun testet der Telco noch eine weitere Technologie, die ebenfalls die potentielle Bandbreite für Kunden mit Kupferkabelanschlüssen erhöhen kann.
 
Beim "DSL+LTE Bonding" wird dafür die verfügbare DSL-Bandbreite durch Bandbreite aus dem Mobilfunknetz ergänzt. Dazu braucht es einen separaten LTE-Empfänger, der bei den Kunden installiert wird. Dieser empfängt den Mobilfunk-Datenstrom und reicht ihn über WLAN an den DSL-Router weiter. Auf diesem Router wiederum läuft eine Software, die Mobilfunk und Festnetz-Datenströme vereint und den Usern so zusätzliche Bandbreite zur Verfügung stellt.
 
Ab diesem Monat testet Swisscom die Sache bei einigen ausgewählten Privatkunden. Mit dem Pilotversuch wolle man vor allem die Machbarkeit einer Markteinführung testen, so Swisscom.
 
Gegenwärtig erlaube die Technologie Bandbreiten von maximal 20 Mbit/s. Später sollen auch höhere Bandbreiten getestet werden. Was maximal erreichbar wäre, hängt logischerweise von der am Standort eines Kunden verfügbaren 3G-oder 4G-Leitung sowie von der Länge der Festnetzkupferleitung ab. Letztere bestimmt die Maximalbandbreite via DSL. Dies bedeutet, dass die Technologie vor allem für Kunden an Standorten in Frage kommt, wo die Erschliessung durch Glasfaserkabel zu teuer wäre und wo auch die G.fast-Technologie wenig oder nichts bringt. Letzteres ist der Fall, wenn die Länge des Kupferkabels zwische dem Haushalt und dem nächsten Verteilerkasten deutlich mehr als 200 Meter beträgt. (hjm)