EU will Big-Data-Nutzung von Google und Co. prüfen

Die europäische Wettbewerbskommision hat ein weiteres Mal die Internetriesen im Visier. Es geht diesmal um Firmen, die grosse Datenmengen sammeln und verarbeiten, womit neben Google auch Facebook oder Amazon und Co. angesprochen sind. Margrethe Vestager, EU-Kommissarin für Wettbewerb, hat in einem Vortrag an der Digital Life Design in München angekündigt, die Nutzung grosser Datenmengen dieser Konzerne unter die Lupe zu nehmen. Geprüft werde, ob man hier künftig Kartellrechtsverstösse definieren könne. Denn die exklusive Nutzung grosser Datenmengen weniger Firmen könnte den Wettbewerb verzerren, sagte Vestager gemäss 'Wall Street Journal'. Hier sei ein Gleichgewicht zwischen allen Marktteilnehmern zu schaffen. Auch wenn aktuell diesbezüglich keine Probleme bekannt seien, wäre das in Zukunft immerhin möglich.
 
Brüssels Wettbewerbshüterin will nun klären lassen, welche Informationen im Big-Data-Geschäft überhaupt Wettbewerbsverzerrungen auslösen können. Man müsse hier genau unterscheiden, weil beispielsweise schnell veraltende Datensammlungen weniger Anlass zur Marktverzerrung liefern würden. Eine erste Studie soll Mitte Jahr vorgelegt werden.
 
Für die EU scheint sich die Auseinandersetzung mit Google und Co langsam zur never-ending story zu entwickeln. Schon seit mehr als fünf Jahren sind die Internetriesen und ihre Plattformen im Visier der Brüsseler Kartellwächter. Erst im letzten April hatte Vestager eine formelle Beschwerde wegen marktbeherrschender Stellung bei Suchmaschinen an Google verschickt. (vri)