Cyber Crime immer gefährlicher für Datacenter

Häufigste Ursachen der RZ-Ausfälle im Vergleich. Ponemon Institut
Einer US-Studie zufolge ist Cyber Crime die am schnellsten wachsende Ursache für den Ausfall von RZs.
 
Cyber Crime ist die am schnellsten wachsende Ursache für den Ausfall eines Rechenzentrums. Wie aus einer von Emerson Network Power in Auftrag gegebene Studie des Ponemon Instituts hervorgeht, war vor fünf Jahren in nur zwei Prozent der Fälle Cyber Crime die Ursache einer RZ-Outage. 2013 stieg diese Zahl auf 18 Prozent und im vergangenen Jahr konnte bei über einem Fünftel der RZ-Ausfälle die Ursache auf Cyber-kriminelle Aktivitäten, meist in Form von DDoS-Angriffen, zurückgeführt werden.
 
Die häufigste Ursache eines Datacenter-Ausfalls ist ein Problem mit der Stromversorgung. Demnach ist ein Viertel der Ausfälle auf einen Systemfehler in der unterbrechungsfreien Stromversorgung (UPS) zurückzuführen. Hinter Cyber Crime folgt auf Rang drei menschliches Versagen.
 
Downtime wird immer teurer
Die Studie, die in regelmässigen Abständen in den USA durchgeführt wird, beschäftigt sich primär mit den Kosten und der Dauer eines Rechenzentrumsausfalls. Etwas mehr als 60 Rechenzentren wurden für die Studie untersucht. Nicht nur die Dauer einer Störung, sondern auch die Grösse des Rechenzentrums wirken sich auf die Kosten bei einem Ausfall aus.
 
Im Mittel kostet ein Rechenzentrumsausfall insgesamt rund 740'000 US-Dollar, so das Studienergebnis. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren gewachsen, so waren es 2010 rund 500'000 Dollar. Die maximalen Kosten eines einzelnen Ausfalls beziffert die Studie mit 2,4 Millionen Dollar. In der letzten Ausgabe des Berichts betrug der Rekord 1,7 Millionen Dollar.
 
Wie aus dem aktuellen Bericht hervorgeht, stieg in den vergangenen Jahren nicht nur die durchschnittliche Dauer einer Störung, auch die Kosten werden
Kosten eines RZ-Ausfalls pro Minute. Quelle: Ponemon Institut
von Jahr zu Jahr höher. Während 2013 ein Ausfall im Mittel Kosten von 8000 Dollar pro Minute verursachte, sind es nun 9000 Dollar pro Minute, was einem Anstieg von über zwölf Prozent entspricht. Die höchsten gemeldeten Kosten waren über 17'000 Dollar pro Minute.
 
Die Kosten setzen sich zusammen aus den direkten Ausgaben für den Ersatz von Equipment und das Beheben der Ursache, sowie indirekten Kosten, die durch den Vertrauens- und damit einhergehenden Umsatzverlust entstehen. Dabei sollen letztere rund die Hälfte der Kosten ausmachen. (kjo)