Grossbritanienen läutet das Ende des Gov-Outsourcing ein

Die englische Regierung hat begonnen, wieder internes IT-Knowhow aufzubauen. Nach zwanzig Jahren Outsourcing, sollen nun tausende eigene Stellen geschaffen werden, wie 'Channelregister' schreibt. Es ist von über 100 grossen Outsourcing-Projekten die Rede, von denen laut 'The Register' ein Drittel die IT betreffen. Grossaufträge, die in den kommenden vier Jahren auslaufen, sollen nicht mehr verlängert werden.
 
Aus Regierungskreisen sei zu hören, dass die Zeit insbesondere von langfristigen grossen Auslagerungsprojekten vorüber sei. Man brauche internes Knowhow, nicht zuletzt um die anstehende digitale Transformation zu stemmen. Statt teilweise sehr langfristige Verträge (10 Jahre und mehr) zu erneuern, soll der technische Wandel nun inhouse vorangetrieben werden. Als ein weiterer Grund wird beispielsweise auf die hohe Anzahl gescheiterter Projekte verwiesen. Dabei seien sich die fürs IT-Government verantwortlichen Kreise durchaus bewusst, dass mit dem Insourcing erhebliche Herausforderungen zu erwarten sind und kein schneller Umbau geschehen werde. Aber zumindest die Kernbereiche Projektmanagement, Architektur und Design sowie Beschaffung und Finanzierung müssten wieder komplett inhouse abgedeckt werden.
 
Und in Grossbritanien werden nicht nur Pläne gemacht. So hätten die Steuerbehörden bereits 250 einstige Capgemini-Mitarbeiter wieder fest ins Haus geholt. Genauso habe sich die Fahrzeugzulassungsbehörde entschieden, 300 IT-Mitarbeiter selber anzustellen. Nicht anders sehe es beim Innenministerium aus. Dort bestehe ein Plan, die Outsourcing-Kultur zu beenden und keine grossen IT-Verträge mehr an einzelne Lieferanten zu vergeben. Laut einem Sprecher werde es nun darum gehen, "ein starkes, flexibles Team für die IT-Kernanforderungen des Innenministeriums aufzubauen". (vri)