Facebook baut zweites RZ in Europa

Quelle: Facebook
Facebook baut in Irland sein zweites Rechenzentrum in Europa auf. Die Anlage in Clonee nordwestlich von Dublin solle komplett mit erneuerbarer Energie betrieben werden, erklärte das Unternehmen gestern in einem Blogeintrag. Es wird das sechste Facebook-Rechenzentrum weltweit sein, in Europa gibt es bisher eins in Schweden. Facebook steuert von Irland aus sein Geschäft ausserhalb der USA.
 
Wie viel Geld Facebook in das Irische Rechenzentrum investieren gibt, das Unternehmen nicht bekannt. Gemäss dem Projektbeschreibung scheint es sich um einen ähnlichen Betrag handeln, wie beim im vergangenen Juli angekündigten RZ in Fort Worth in Texas. Dafür hat das Unternehmen eine halbe Milliarde Dollar in die Hand genommen. Das Dubliner RZ Clonee soll spätestens Anfang 2018 online gehen.
 
Zuletzt eröffneten immer mehr US-Unternehmen Rechenzentren in Europa. Facebook verarbeitet die Daten zum Teil nach wie vor in den USA. Doch dagegen gibt es Widerstand. Der Österreicher Max Schrems geht rechtlich gegen die Übermittlung seiner Daten in die USA vor. Er argumentiert, nach den Enthüllungen von Edward Snowden sei davon auszugehen, dass die Daten dort nicht ausreichend geschützt seien und dem Zugriff etwa des US-Geheimdienstes NSA unterlägen.
 
Im Zuge des Vorgehens von Schrems gegen die Verarbeitung von Facebook-Daten in den USA wurde der gesamte Rechtsrahmen für die einfache Datenübermittlung in die USA - die sogenannte Safe-Harbor-Vereinbarung - gekippt. Facebook betont jedoch, die Datentransfers bei dem Netzwerk seien auf andere Weise rechtlich abgesichert. (sda/kjo)