Drei Jahre, dreissig Millionen Franken: St.Galler Beamte haben ihre neuen Arbeitsplätze

Das Projekt APZ (Arbeitsplatz der Zukunft) des Kantons St. Gallen ist (fast fristgerecht) live gegangen.
 
Die Ende 2013 gestartete Erneuerung der Hard- und Software des Kantons St. Gallen ist Anfang 2016 mit drei Monaten Verspätung in Betrieb gegangen. Mitte 2013 war das öffentlich ausgeschriebene Projekt an den bisherigen Betreiber, den IT-Dienstleister Abraxas, der den Kantonen Zürich und St.Gallen gehört, gegangen.
 
Robert Schneider, CIO des Kantons St. Gallen, betont, dass der Kanton im Gegensatz zu den Gemeinden in St. Gallen nicht nur wegen der Besitzverhältnisse bei Abraxas "konsequent" öffentliche Ausschreibungen durchführe. Der Outsourcing-Vertrag zur Erneuerung von rund 4'300 neu Cloud-basierten Arbeitsplätzen läuft bis zum Jahr 2021 und umfasst 13 Lose mit einem Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Franken, so Schneider zu inside-it.ch.
 
Kollaborationsplattform kommt Ende Jahr
Allein in die Hard- und Software seien je etwa rund sieben Millionen Franken geflossen. Weitere Gelder seien unter anderem für Rechenzentrums- und Printing-Services oder auch für die flächendeckende Schulung aufgebracht worden, die grösstenteils über E-Learning abgewickelt würde. Und selbstverständlich habe sich Abraxas für die nächsten sechs Jahre verpflichtet, die unterschiedlichen Betriebssysteme auf dem neusten Stand zu halten. Der Preiszerfall bei der Hardware, aber auch das Pooling von Lizenzen habe das Budget stark entlastet und Gelder für "Unvorgesehenes" freigemacht, wie Schneider ausführt. Noch nicht komplett im ganzen Kanton verfügbar sei eine Kollaborationsplattform auf der Basis von Microsoft "Skype for Business", was aber bis Ende Jahr geschehen sein werde.
 
Angesichts der Komplexität des Projektes seien die drei Monate Verzögerung bei dem dreijährigen Projekt zu vernachlässigen gewesen, so Schneider. Denn Ziel sei gewesen, im Kanton nach der Migration in jedem Fall einen unterbruchsfreien Betrieb der mehreren hundert Fachanwendungen garantieren zu können, erklärt Schneider. Das sei erreicht worden, obwohl beispielsweise für die Einführung von Neuerungen wie einem Selfservice-Portal zur automatischen Bereitstellung von Software keine Erfahrungswerte vorgelegen hätten.
 
Mitarbeiter sollen flexibel arbeiten
Ein weiterer anspruchsvoller Teil des Projektes habe das Thema Mobilität betroffen. Sei man hier früher sehr rigide vorgegangen, jeder habe die gleiche Infrastruktur benutzen müssen, sei man heute sehr viel flexibler - und zwar von den Endgeräten bis zu den Prozessen, sagte Schneider. Sowohl die Polizei als etwa auch die Forstwirtschaft könne heute bei externen Einsätzen die nötige Büroarbeit vor Ort erledigen und müsse nicht mehr zum Berichteschreiben ins Büro.

Schneider, der in der kantonalen IT-Planungsabteilung mit 13 Mitarbeitern arbeitet, erklärt, dass insgesamt im Kanton derzeit nur 50 IT-Spezialisten mit einem Pensum von total 30 Vollzeitstellen beschäftigt seien. Das APZ-Projekt habe jedoch keine personellen Einsparungen zur Folge gehabt. Die seien vielmehr bei den Betriebskosten zu verzeichnen gewesen. Ausserdem erlaube das Outsourcing mit Abraxas im Rücken, dass sich das Kantons-Personal auf seine Kernaufgaben konzentrieren könne. Ein Vorteil, der allerdings schwer zu beziffern sei. Jedenfalls habe man mit den "Commodities" nichts mehr zu tun. Man definiere für die Services vielmehr SLAs (Service Level Agreements) "und dann läuft es", so Schneider. (vri)