teis prüm terz lö

Schöne Berge, schöne Menschen, schöne Computer. Outdoor-Arbeitsplatz im Engadin in der Selbstdarstellung von mia Engiadina
Das Engadin will mit Hilfe von Partnern wie Microsoft zu einer Art "Outdoor Home Office" werden. Investitionen in Glasfasern, Hotspots und temporäre Arbeitsplätze. Viele Partner, aber bescheidene Investitionen.
 
Was machen Schweizer Institutionen, wenn sie einen Plan haben? Sie unterzeichnen eine "Charta". "mia Engiadina Charta" heisst das Papier, in dem sich eine ganze Reihe von Behörden, Firmen und Gemeinden zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung und Stärkung der Region verpflichten. Konkret: Das Engadin – so schön wie peripher – will sich als "first third place" etablieren. Das Hochtal soll zum "bevorzugten Rückzugs, Vernetzungs- und Inspirationsort der Schweiz" werden und dafür die nötigen Infrastruktur für "Wissensarbeiter und Organisationen" aufbauen.
 
Firmen und Organisationen, die sich zum Arbeiten ins Engadin zurückziehen wollen, sollen durch einem mia Engiadina Community Manager unterstützt werden, ein Concierge soll Probleme sofort lösen, Ex-Snowboard-Weltmeister Cla Mosca wird helfen Workshops und Coaching zu organisieren und alle Angebote werden auf einer App kommunuziert. Zudem kann man massgeschneiderte Arbeitsräume, zum Beispiel in einem "ehemaligen Gemeindehaus oder einer Kirche" bestellen.
 
Wer ein (temporärer) Standort für Workshops und ähnliches sein will, braucht natürlich Bandbreite. So will man denn auch in Glasfasern zwischen La Punt und Samnaun investieren und öffentliche WLAN-Zugänge schaffen.
 
40 Partner, überschaubare Investitionen
Eine ganze Reihe von Partnern, darunter natürlich die Gemeinden Zernez, Suco, Valsot und Samnaun, die Graubündner Kantonalbank und lokale Firmen unterstützen das Projekt, das Engadin zum teis prüm terz lö (first third place) machen. Mit dabei sind auch Microsoft, Sunrise und das Stadtzürcher Gaswerk (Energie 360), der Kanton Graubünden und die Eidgenossenschaft.
 
Die Investitionen in Infrastruktur sind vorläufig bescheiden, denn man nützt vor allem bestehende Infrastrukturen wie Hotels. Wie Microsoft-Manager Jon Erni auf Anfrage schreibt, werden im laufenden Jahr zwischen einer halben und einer Million Franken investiert. Der Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur werde nachfragebasiert erfolgen. Über 10 bis 15 Jahren hinweg würden dann bis zu 40 bis 50 Millionen Franken investiert, schreibt Erni, der das Projekt seitens Microsoft betreut.
 
Ein grösseres Projekt gibt es in Scuol. Dort soll ein "Innovationszentrum" entstehen, das Firmen aus dem Unterland als "Innovation Hub" benützen können, in dem aber auch lokale Firmen angesiedelt werden sollen. (hc)