CS streicht, UBS verlagert Stellen (Update)

Die Streichungen der CS sind offiziell, die Verlagerung bei UBS ein Gerücht. Unklar ist aber, ob nun mehr Schweizer Banken-IT-Stellen in Gefahr sind, als bereits bekannt.
 
Heute hat die Credit Suisse ihr aktuelles Finanzergebnis vorgelegt. Infolge von tiefroten Zahlen im vierten Quartal resultierte für das Gesamtjahr ein Verlust von 2,94 Milliarden Franken. Bereits vergangenen Herbst hat die Grossbank mit einem Konzernumbau einen Stellenabbau angekündigt. Betroffen sind Jobs der "Shared Services", also diejenigen Dienste, die von den Regionen gemeinsam genutzt werden. Die Informatik ist der grösste Teil der Shared Services. Viele dieser Stellen sind in Zürich angesiedelt. Damals hiess es, dass im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms in den kommenden drei Jahren weltweit 5000 Stellen abgebaut werden. Davon 1600 in der Schweiz. Der Abbau sollte schrittweise in den nächsten drei Jahren durchgeführt werden.
 
Wie die Bank heute in einer Medienmitteilung schreibt, habe man sich angesichts des "besonders schwierigen Umfelds" entschieden, die Umsetzung des Kostensenkungsprogramms zu beschleunigen. Statt wie zuvor angekündigt will die Bank nun zwar "nur" 4000 Stellen streichen. Dafür aber soll der Stellenabbau bedeutend schneller vollzogen werden. Bereits innerhalb eines Jahres sollen die Jobs gestrichen sein.
 
Wie viele Stellen in der Schweiz betroffen sein werden, kommentiert die Grossbank nicht. Denise Chervet, Geschäftsführerin des Schweizerischen Bankenpersonalverbandes, fordert, dass der vergangenes Jahr kommunizierte Abbau von 1600 Stellen nicht überschritten wird, wie der 'Tagesanzeiger' berichtet.
 
UBS verlagert ins Ausland
Derweil scheint der CS-Konkurrent UBS laut einem Bericht der 'Handelszeitung' die Verlagerung von weiteren Stellen aus der Schweiz in Länder mit tieferen Löhnen zu planen. Dem Wirtschaftsblatt wurden von nicht namhaft genannten Informanten allerdings recht unterschiedliche Informationen zugesteckt. Ein Manager sprach demnach von bis zu 3000 Jobs in der Schweiz, die gestrichen werden könnten, und möglicherweise nach Polen verlagert würden. Eine Zahl, die die Grossbank klar dementiert. Betroffen seien Bereiche wie die Informatik, Buchhaltung, Human Resources oder Finanzrisiko-Controlling, so die Zeitung weiter. Andere Quellen sprachen dagegen von "nur" von 500 Stellen, die auf dem Prüfstand seien.
 
Die Bank erklärte gegenüber der 'Handelszeitung', dass man schon seit längerer Zeit die Strategie verfolge, gewisse Aktivitäten an kostengünstigere Standorte zu verlegen. Dies ist tatsächlich schon seit mindestens Ende 2014 bekannt. Allerdings nannte die UBS nie auch nur grobe Zahlen zur Menge der verlagerten Stellen. Deshalb ist es auch jetzt schwierig zu sagen, ob die Bank einfach ihre Strategie weiterführt oder ihre Bemühungen deutlich verstärkt hat. (kjo/hjm)
 
Update (05.02.2016): Artikel wurde um Dementi von UBS ergänzt.