So schlägt sich die Schweiz im LTE-Vergleich

Swisscom hat die beste LTE-Abdeckung, aber Sunrise- und Salt-Kunden surfen schneller.
 
Seit sechs Jahren publiziert Open Signal den "State of LTE"-Report, der weltweit die Abdeckung sowie die LTE-Geschwindigkeiten verschiedener Anbieter miteinander vergleicht. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz im vorderen Drittel. Im letzten Quartal 2015 lag die LTE-Abdeckung hierzulande bei 69 Prozent. Ein Quartal davor waren es 64 Prozent. Die klare Nummer eins im internationalen Vergleich ist Südkorea. Dort beträgt die LTE-Abdeckung dem Bericht zufolge 97 Prozent. Dahinter folgen Japan mit 90 Prozent und Hong Kong mit einer Abdeckung von 86 Prozent. In Europa ist die Abdeckung in den Niederlanden sowie in Norwegen und Schweden am besten.
 
Gemessen wird die LTE-Abdeckung von Open Signals mittels einer App. Freiwillige können sich diese auf dem Smartphone installieren. So soll die Abdeckung und die Geschwindigkeit so gemessen werden, wie sie von den Nutzern erfahren wird, schreiben die Autoren. Für die aktuellen Report wurden die LTE-Geschwindigkeiten von etwas über 360'000 Nutzern gemessen. Wie viele Freiwillige es in der Schweiz gibt, nennt der Report nicht.
 
Am langsamsten ist Swisscom
Weltweit surfen die Smartphone-Besitzer am schnellsten in Singapur. Dort beträgt die durchschnittliche LTE-Geschwindigkeit 37 Mbits. Dahinter folgen Neu Seeland, Ungarn und Israel. Vergleicht man die hiesigen Mobilfunkanbieter zeigt sich, dass Swisscom mit 71 Prozent zwar die beste LTE-Abdeckung hat, jedoch bietet der blaue Reise mit durchschnittlich 14 Mbits die langsamste mobile Datenverbindung. Die schnellste mobile Verbindung bietet Sunrise 24 Mbits, mit 23 Mbits folgt knapp dahinter Salt. Die LTE-Abdeckung von Salt und Sunrise liegen bei 67 respektive 66 Prozent, so der Bericht.
 
Dass Swisscom bei der Geschwindigkeit vergleichsweise schlecht abschneidet, hängt wohl mit den Infinity-Abo-Modellen zusammen, bei denen die Geschwindigkeit gedrosselt wird. So können Infinity-Kunden der Versionen M, S, oder XS mit maximal 20 Mbits mobil surfen. Beim günstigsten Abo sind es gar nur 0,2 Mbits. Lediglich das Abo XL erlaubt das mobile Surfen mit maximaler Geschwindigkeit und bei der Version L ist die Obergrenze bei 40 Mbits, so die Informationen auf der Swisscom-Homepage. Die App von Open Signal misst wohl schlicht die tatsächliche (gegebenenfalls gedrosselte) Geschwindigkeit. (kjo)